Schicksal der Arctic 30: Nur drei Aktivisten kommen vorerst frei

Das Schicksal eines Großteils der in St. Petersburg inhaftierten Arctic 30 ist weiterhin ungewiss. Am Montag fielen nun die ersten Entscheidungen. Drei Greenpeace-Aktivisten kommen voerst auf Kaution frei, einer muss noch bis Ende Februar 2014 ausharren. In den kommenden Tagen finden weitere Anhörungen statt. Die russische Staatsanwaltschaft hat für alle 30 Umweltschützer eine dreimonatige Haftverlängerung beantragt.

Eigentlich sollte die Untersuchungshaft für die 30 in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten am 24. November enden. Doch ein Großteil der seit 19. September festgehaltenen 28 Umweltschützer und zwei Journalisten muss nun weitaus länger ausharren, als gedacht. Nur drei kommen vorerst auf Kaution frei. Ein vierter darf auf Freilassung Ende Februar 2014 hoffen.

„Die Greenpeace-Ärztin Jekaterina Saspa, der Fotojournalist Denis Sinjakov und der Aktivist Andrej Allachverdov, alle drei russische Staatsbürger, werden auf Kaution freigelassen“, so Greenpeace in einer Mitteilung. Zwar könnten sie jetzt erst einmal zu ihren Familien. Unter Anklage stünden sie aber weiterhin. Allein für Allachverdov, den Pressesprecher der „Arctic Sunrise“, sollen 45.500 Euro Kaution geflossen sein, berichtet n-tv.

Der australische Greenpeace-Aktivist Colin Russell muss jedoch drei weitere Monate in Untersuchungshaft verbringen. In seinem Fall gaben die Richter dem Antrag der Ermittlungsbehörden statt.

Die Anhörungen von Kieron Bryan aus England und Ana Paula Alminhana Maciel aus Brasilien sollen an diesem Dienstag bzw. Mittwoch stattfinden.

Den Greenpeace-Aktivisten wird Piraterie und Rowdytum vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft. In den Augen des Geschäftsführers von Greenpeace International, Kumi Naidoo, sei das Ganze ein „Zirkus“. Naidoo hoffe auf eine Entscheidung des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg an diesem Freitag, heißt es von Seiten Greenpeace weiter. Die Niederlande hatte hier einen Antrag auf sofortige Freilassung der Leute gestellt. Auch Greenpeace fordert das und bittet derzeit darum, eine Protestmail an den russischen Botschafter zu verfassen. Russland ignoriert das Verfahren bislang.

Der Fall der inhaftierten Greenpeace-Aktivisten hat bereits weltweit für Proteste gesorgt. Zuletzt hatte sich Ex-Beatle Paul McCartney eingeschaltet. In einem offenen Brief hatte er sich direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt (mehr hier). Unter den Infhaftierten befindet sich auch die türkische Greenpeace-Aktivistin Gizem Akhan. Entsprechend hat es auch in Istanbul in den vergangenen Wochen zu Solidaritäts-Kundgebungen für sie und ihre Kollegen gegeben (mehr hier).

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