DNA-Analyse: Getöteter Leopard stammte nicht aus Anatolien

Wende im Fall des Anfang November in Diyarbakır getöteten Leoparden. Das Tier soll persischer, nicht anatolischer Abstammung sein. Das hat eine Untersuchung des Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei (TÜBİTAK) ergeben.

Tierschützer und die türkische Öffentlichkeit hatten bisher angenommen, das von einem Bauern getötete Tier sei einer der letzten, wenn nicht gar der letzte anatolische Leopard gewesen. Nun wurden sie eines Besseren belehrt. Eine DNA-Analyse brachte die tatsächlich Abstammung der toten Raubkatze zutage. Das Ergebnis ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Tod des Tieres schon jetzt einiges für seine anatolischen Artgenossen bewegt hat.

Wie der Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei (TÜBİTAK) erklärte, hätten DNA-Proben ergeben, dass das Tier zur persischen Familie der Leoparden, den Panthera pardus saxicolor, gehöre. Nach Auskunft von Bayram Yüksel, Leiter des Instituts für Gentechnik und Biotechnologie des TÜBİTAK, sei der persische Leopard allgemein auch als iranischer, europäischer oder zentralasiatischer Leopard bekannt. Diese Art lebe im Iran, im Kaukasus, der Türkei, Armenien und in Aserbaidschan, so die türkische Zeitung Hürriyet. Yüksel gab an, seine Organisation sei bisher noch keinem lebenden anatolischen Leoparden begegnet.

Tierschützer werden aktiv

Trotz des DNA-Ergebnisses hat der Tod des Tieres schon jetzt etwas für seine anatolischen Artgenossen bewirkt. Das Forstamt von Diyarbakir will den Raubkatzen nun mit der Installation von 20 Kamerafallen auf die Spur kommen. So sollen neue Erkenntnisse über die seltenen Tiere gewonnen werden (mehr hier). Auch türkische Tierschützer wurden durch den Vorfall am 3. November auf den Plan gerufen. So wurden bereits Aufklärungskampagnen für Bürger und insbesondere die Schäfer in diesen Gebieten gestartet. Zunächst mit Broschüren und Plakaten soll die Bevölkerung für die seltenen Tiere sensibilisiert werden. Und das ist auch dringend notwendig: Noch immer haben die Menschen in diesen Regionen Angst vor den Leoparden. Wenn sie einem solchen Tier begegneten, würden sie sich automatisch verteidigen, so die Tierschützer (mehr hier).

Auch der Bauer, der das Tier getötet hat, wurde bereits bestraft. Zwar gilt die Angriffsversion des Mannes als gesichert. Ein Bußgeld in Höhe von 434 TL (157,78 Euro) wird nun aber trotzdem fällig, berichtet Haberturk.

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