Efes-Brauerei: Verkäufe brechen wegen Alkohol-Verbot ein

Der türkische Bierbrauer Anadolu Efes muss seine Produktion in Russland einstellen. Die restriktiven Alkohol-Gesetze haben zu hohen Umsatzeinbußen geführt. Doch auch in der Türkei kämpft die Firma mit dem neuen Alkohol-Verbot.

Der türkische Bierbrauer Anadolu Efes kämpft mit großen Einbußen in der Türkei und Russland. Auslöser der negativen Geschäftsentwicklung sind die Alkohol-Einschränkungen in beiden Ländern.

In Russland ist die Lage besonders schlecht. In den vergangenen fünf Jahren ist der Biersektor um 20 Prozent geschrumpft. Anadolu Efes hat seine Produktions-Stätte in Moskau geschlossen. Der Betrieb war nicht mehr möglich, da das Unternehmen nur noch 60 Prozent seiner Kapazität ausnutzen konnte, berichtet das WSJ.

Die Absatzzahlen sind in der Türkei in den ersten neun Monaten des aktuellen Jahres um zwölf Prozent und in Russland um neun Prozent eingebrochen. Doch in der Türkei konnte Anadolu Efes vom hohen Marktanteil profitieren. Es gelang der Firma, ihre Einnahmen solide zu halten, berichtet die Zeitung Radikal. Der türkische Marktanteil von Efes liegt bei 78 Prozent, berichtet das Börsen-Portal Aktien Check.

Die türkischen Verbraucher zahlen für Alkohol mehr als doppelt so viel als Kunden in Ländern der Europäischen Union. Auf der anderen Seite sind die Preise für Lebensmittel in der Türkei fast durchgängig niedriger. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Türkischen Statistik Instituts (TÜİK). Die am 21. Juni von TÜİK veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der durchschnittliche Preis für ein alkoholisches Getränk in der Türkei gut 205 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt beträgt (mehr hier).

Im Mai hatte das türkische Parlament ein Alkohol-Gesetz verabschiedet, wonach jegliche Art von Werbung für alkoholische Getränke verboten. Hinzu kommt, dass – ähnlich wie bisher auf Zigarettenschachteln – Warnhinweise an den Flaschen angebracht werden müssen, die vor den Folgen des Alkoholkonsums warnen. Flaschen, die diese Hinweise nicht haben, dürfen nicht mehr verkauft werden (mehr hier).

Zudem darf der Verkauf von Alkohol nicht in der Nähe von Schulen, Bildungseinrichtungen, Schüler-Wohnheimen oder Moscheen stattfinden. Zu diesen Einrichtungen müsse ein Abstand von mindestens 100 Metern eingehalten werden.

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