Gezi Park Proteste: Aktivisten wollen Gerechtigkeit für getötete Tiere

Die heftigen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Polizei und Demonstranten während der Gezi Park Proteste haben nicht nur Mensch und Natur schwer getroffen. Auch unzählige Tiere wurden durch den Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern gequält, wenn nicht gar getötet. Tierschützer wollen das nicht so stehen lassen. Sie zogen vor den Internationalen Gerichtshof für Tierrechte.

Eine Gruppe von türkischen Aktivisten hat sich mit einer Beschwerde an den Internationalen Gerichtshof für Tierrechte gewandt. Dort fordern sie Gerechtigkeit für die vielen gequälten und getöteten Tiere während der Gezi Park Proteste.

Die Mitglieder des Vereins für die Freiheit der Erde (Yeryüzüne Özgürlük Derneği), eine ökologische Gemeinschaft, die sich die Verteidigung der Natur und Tierwelt auf die Fahnen geschrieben hat, begründete ihren Antrag damit, dass Dutzende von streunenden Hunden und Katzen starben, nachdem sie Tränengas ausgesetzt waren. Hunderte weitere hätten bleibende Schäden davongetragen.

Entwürdigende Verbrechen gegen die Tiere

„Wir fordern eine Bloßstellung der türkischen Beamten, die die [Tiere] mit Gas erstickt haben (…) Wir fordern die Verurteilung der Verantwortlichen für diese unvorstellbar entwürdigenden Verbrechen gegen die Tiere“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet aus dem entsprechenden Antrag.

Darüber hinaus fordert Verband auch das Verbot von Tränengas, um ähnliche Ereignisse zu verhindern. Ihrem Antrag fügten die Tierschützer große Mengen an Fotos und Videos von Straßentieren in Not bei. Sie zeigen Aufnahmen während der schweren Razzien, die meist rund um den Taksim Platz stattfanden. Auch die Demonstranten ließ das Schicksal der Tiere nicht kalt. Nicht wenige wurden dabei beobachtet, wie sie Straßenhunden und Katzen gegen die Auswirkungen von Tränengas und Wasserwerfern halfen.

Die Entscheidungen des Gerichts, das im Jahr 1979 gegründet wurde und seinen Sitz in Genf hat, sind unverbindlich. Sie haben aber weitgehenden moralisch-symbolischen Wert. Regierungsbeamte und Führungskräfte können nichtsdestotrotz verurteilt werden.

Mehr zum Thema:

Wegen Gezi Park Tweets: TRT feuert zwei seiner Mitarbeiter
Gezi Park Proteste: Mindestens 22 Journalisten verlieren ihren Job
Wegen Gezi Park-Unter​stützung: Erdoğan geht gegen Industriek​ammern vor

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.