„Erster weißer Ehrenmord“: Junge Engländerin muss für Liebe zu einem Muslim sterben

Gerade einmal 17 Jahre alt war die Britin Laura W. aus Rothenham, als sie im Jahr 2010 ermordert wurde. Das Mädchen war in einer Beziehung mit Ashtiaq A. Davon durfte seine Familie allerdings nichts wissen. Als es doch herauskam, erstach er sie.

In der Nähe eines Kanals in Rotherham, South Yorkshire, fand die 17-jährige Laura W. im Jahr 2010 den Tod. Die Mutter eines Kindes wurde nicht Opfer eines Überfalls. Sie war auch nicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie wurde vorsätzlich erstochen. Die britische Presse bezeichnet ihren Fall als „ersten weißen Ehrenmord“ des Landes. Begangen wurde er von ihrem eigenen Freund.

„Lauras Verbrechen bestand darin, dass sie Schande über ihren muslimischen Liebhaber Ashtiaq A. gebracht hatte“, so die britische Daily Mail. Der 21-Jährige verbüße für den brutalen Mord derzeit eine lebenslange Haftstrafe.

Die intensive Beziehung des Paares habe bereits 2008 begonnen. Beide waren damals noch Schüler. Sie 15, er gerade einmal 16 Jahre alt. Die Liebe der jungen Frau muss grenzenlos gewesen sein, wie ihre Schwester Sarah heute rekapituliert. Laura, davon ist sie überzeugt, hätte alles für ihren Freund getan.

Junger Mann führte ein Doppelleben

Ashtiaq stammt aus einer traditionellen muslimischen Familie. Diese hatte für den Sohn eigentlich eine Ehe mit einem Mädchen aus Pakistan geplant. Hätten sie von der Beziehung zu Laura erfahren, wären sie entsetzt gewesen. Also hielten die beiden das Ganze geheim. Ohne, dass seine Familie davon wusste, lebte Ashtiaq ein Doppelleben. Auf der einen Seite gab er den braven Sohn. Auf der anderen Seite trank er, rauchte Cannabis, trug Waffen und hatte zahlreiche Beziehungen mit Frauen – neben Laura. Als diese das herausfand, war sie außer sich und schlief mit dessen verheiratetem Freund, dem 22-jährigen Ishaq. Ashtiaq sollte eifersüchtig werden. Doch ihr Vorhaben ging gründlich schief. Sie wurde schwanger – mit nur 16 Jahren. Die Vaterschaft seiner Tochter Alicia erkannte Zac allerdings nie an.

Nach der Geburt des Babys versuchten Laura und Ashtiaq einen Neuanfang. Doch ihre Beziehung musste nach wie vor geheim bleiben. Während Laura weiterhin sehr verliebt war, schrillten bei ihrer Mutter Maggie die Alarmglocken. Sie war davon überzeugt, dass der junge Mann ihre Tochter nur ausnutze und sie obendrein auch noch schlecht behandle. Irgendwann wurde es schließlich auch Laura zu viel. Am 6. Oktober 2010 beschloss die junge Frau, dass ihre Beziehung kein Geheimnis mehr sein dürfe. Unter Alkoholeinfluss begingen sie und ihre Schwester den wohl schlimmsten Fehler: Sie gestanden alles seiner Familie.

Laura hat Schande über die Familien gebracht

Der Mutter erklärte Laura, dass sie ihren Sohn heiraten wolle. Darauf hin sei diese völlig ausgeflippt und habe das Mädchen mit einem Schuh geschlagen. Während der ganzen Zeit soll Ashtiaq hinter seiner Mutter gestanden haben – tatenlos. Auch Zacs Familie besuchten die beiden Frauen, um dort zu erklären, dass er der Vater einer kleinen Tochter sei. Doch auch hier stießen sie auf taube Ohren.

Lauras Mutter Maggie war klar, was passiert war. Das Mädchen hatte Schande über beide Familien gebracht und musste gestoppt werden. Die Geschichte nahm ihren Lauf. Ashtiaq kontaktierte seinen Kumpel Zac. Eindeutig kündigte er an, was er mit Laura vorhabe. Schließlich gab er vor, Laura am Kanal treffen zu wollen. Dort geschah dann auch der Mord. Ashtiaq versuchte die Tat zu vertuschen, verschickte Nachrichten an ihre Freundinnen. Er fragte, ob sie Laura gesehen hätten. Zwei Tage später fand die Polizei ihre Leiche. Ihr Körper war übersäht mit mehr als 40 Stichwunden. Die Autopsie brachte später zutage, dass die junge Frau in den Kanal geworfen wurde und noch dort um ihr Leben kämpfte.

Schnell gerieten die beiden Männer ins Visier. Vor Gericht plädierte Ashtiaq zunächst auf nicht schuldig, änderte dann aber seine Taktik, um eine niedrigere Strafe zu erhalten. Vergebens: Im Dezember 2011 wurde er zu 17,5 Jahren Haft wegen Mordes an Laura W. verurteilt. Reue habe er nach Aussagen von Mutter Maggie aber nicht gezeigt. Lediglich die Länge der Haft machte ihm Sorgen. 2029 kommt er voraussichtlich wieder auf freien Fuß. Zac wurde freigesprochen. Die kleine Alicia wächst bei ihrer Großmutter auf.

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