Zwölf Morde: Putins Ex-Stadtrat muss lebenslang hinter Gitter

Korruption und Mord sind zwei weit verbreitete Phänomene in Russland. Insbesondere die reichen und mächtigen Täter werden nahezu niemals zur Rechenschaft gezogen. Doch nun hat ein russisches Gericht einen wohlhabenden Mörder und seine Bande verurteilt. Sie sind verantwortlich für zahlreiche Morde, Vergewaltigungen und Raubüberfälle.

Ein russisches Gericht hat den Ex-Stadtrat Sergei Tsapok zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der Putin-Anhänger soll zwischen 1998 und 2010 in der Region Krasnodar mit seiner Bande gewütet und 19 Menschen getötet haben. Die Anzahl seiner Gefolgschaft ist unbekannt. Hinzu kommen mindestens 25 Vergewaltigungen, Raubüberfälle und Entführungen, berichtete die New York Times schon 2011. Zwei weitere Tsapok-Komplizen müssen ebenfalls lebenslang hinter Gitter, berichtet ru-facts.com.

Tsapok gab sich auch nach der Urteilsverkündung kämpferisch. „Ich richte mich an alle Journalisten, die sich hier im Raum befinden. Wir werden uns wieder sehen“, zitiert ihn die Los Angeles Times.

Die Tsapok-Bande soll bei ihren kriminellen Aktivitäten besonders brutal vorgegangen sein. So verübten sie 2010 ein Massaker im Dorf Kuschewskaja. Die zwölf Opfer, unter ihnen vier Kinder, gehörten alle der Landwirtsfamilie Ametov an, berichtet die New York Times.

Der Bandenführer Sergei Tsapok kommt aus einer wohlhabenden russischen Familie. Ihr gehört der Konzern Artex Agro. Die Vorsitzende des Unternehmens ist seine Mutter. Doch auch die ist offenbar kriminell. So soll Artex Agro Sklavenarbeiter aus der Ukraine beschäftigt haben, berichtet das Business & Human Rights Resource Center. Vergangene Woche wurde sie wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt, berichtet die Los Angeles Times.

Tsapoks Freund und Ex-Kommunalpolitiker Sergei Tsepovyaz hatte schon 2012 eine Geldstrafe in Höhe von 4.570 US-Dollar zahlen müssen. Er soll Tsapok dabei geholfen haben, das Massaker an der Ametov-Familie zu vertuschen, berichtet RIA Novosti.

Der Oppositionspolitiker Gennady Gudkov sagte den Los Angeles Times, dass das Massaker an der Familie bezeichnend sei für die Korruption ins Russland. Denn die örtlichen Sicherheitsorgane in der Region Krasnodar kooperierten mit der Tsapok-Familie. Es ist dem Eingriff des Kremls zu verdanken, dass die Tsapok-Bande aufgeflogen ist. Doch auch das sieht Gudkov kritisch. Denn der Kreml verursache mehr Korruption, als er bekämpfe, zitiert ihn die Los Angeles Times.

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