Studie: Syrischer Bürgerkrieg hat bereits mehr als 11.000 Kinder getötet

Wie ein britischer Think Tank herausgefunden hat, sind seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien mehr als 11.000 Kinder ums Leben gekommen. Allein 128 von ihnen starben durch chemische Waffen. Hunderte wurden durch Heckenschützen getötet.

Die Oxford Research Group hat am Sonntag aktuelle Zahlen zu minderjährigen Todesopfern während des syrischen Bürgerkriegs veröffentlicht.  Ihrem Bericht zufolge, verloren 1.420 Kinder ihr Leben. Die Opfer waren maximal 17 Jahre.

Der Bericht „Stolen Futures: The hidden toll of child casualties in Syria“ von Hana Salama und Hamit Dardagan basiert auf Daten vom Beginn des Konflikts im März 2011 bis zum August 2013. In 10,586 Fällen ist die Todesursache bekannt. Allein 128 Kinder seien demnach am 21. August 2013 bei dem C-Waffen-Angriff in Ghouta ums Leben gekommen. Insgesamt starben dabei gut 1400 Menschen (mehr hier). 764 Kinder sollen im Verlauf des Bürgerkriegs hingerichtet worden sein. 389 starben durch Heckenschützen. Insgesamt starben mehr als 70 Prozent der Kinder durch explosive Waffen. Handfeuerwaffen waren für gut ein Viertel der Todesfälle verantwortlich.

Bomben und Heckenschützen reißen Kinder aus dem Leben

„Das höchst beunruhigende an diesem Bericht ist nicht nur die schiere Zahl der in diesem Konflikt getöteten Kinder, sondern auch die Art wie sie getötet wurden“, zitiert The National Co-Autor Hamit Dardagan. Ihre Häuser und ihre Dörfer wurden während ihrer täglichen Geschäfte wie etwa dem Schlange stehen für ein Brot oder dem Schulbesuch bombardiert. Sie seien ins Kreuzfeuer geraten, aber auch von Scharfschützen gezielt erschossen, hingerichtet, vergast und gefoltert worden. „Alle Parteien des Konflikts müssen Verantwortung für den Schutz der Kinder übernehmen und letztendlich eine friedliche Lösung für den Krieg selbst finden.“

Der Oxford Research Group zufolge, seien mehr Buben als Mädchen während des Konflikts getötet worden. Das Verhältnis läge bei ungefähr zwei zu eins. Außerdem seien mehr Kinder höheren Alters getötet worden. Die häufigsten Opfer gezielter Tötungen wurden demnach Jungen zwischen 13 und 17 Jahren.

„Die analysierten Daten zeigen, dass allein Bomben und Kugeln das Leben von 10.000 Kindern in den vergangenen 30 Kriegsmonaten beendeten. Die Welt muss sich viel stärker für die Auswirkungen des Konfliktes auf die Kinder konzentrieren“, so Dardagan. Auch die UNICEF sorgt sich um die syrischen Kinder. Selbst wenn sie bereits auf der Flucht sind, seien sie nicht sicher (mehr hier).

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