OECD Report: Türken haben die niedrigste Lebenserwartung

Die türkische Bevölkerung arbeitet nicht nur am längsten innerhalb der OECD-Staaten, sie stirbt auch noch am frühesten. Das geht aus dem jüngsten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hervor. Im Vergleich von insgesamt 41 Ländern rangiert die Türkei auf Platz 34.

Mit der Lebenserwartung der türkischen Bevölkerung ist es im OECD-Vergleich nicht besonders gut bestellt. Unter 41 betrachteten Staaten schaffte es die Türkei gerade einmal auf Rang 34. Das Ergebnis deckt sich mit vorherigen Berichten der Organisation, die in Sachen Lebensqualität der türkischen Bürger viel Luft nach oben ausmachten.

Wie aus dem Bericht „Health at a Glance 2013hervorgeht, ist die Lebenserwartung der Türken mit 74,6 Jahren mitunter am niedrigsten. Schlechter ergeht es nur den Menschen in Mexiko, China, Brasilien, Indonesien, Russland, Indien und Südafrika.

Türkei steigert Lebenserwartung rasant

Fast alle OECD-und Schwellenländer haben eine Steigerung der Lebenserwartung in den vergangenen 40 Jahren erlebt. Gerade in der Türkei, Korea und Mexiko habe sich diese in der Zeit von 1970 bis 2010 um 20 Jahre und mehr gesteigert: „Während die Lebenserwartung in Ungarn nur geringfügig seit 1970 gestiegen ist, hat sie in der Türkei stark zugenommen, so dass man sich schnell dem OECD-Durchschnitt annähert.“ Darüber hinaus stellt der Bericht fest: „Im Durchschnitt der OECD-Länder hat die Lebenserwartung bei der Geburt für die gesamte Bevölkerung 79,7 Jahre im Jahr 2010 erreicht. Ein Plus von fast zehn Jahren seit 1970.“

Angesprochen wird auch ein im Sommer viel diskutiertes Thema in der Türkei: Kaiserschnitte (mehr hier). Hierzu heißt es von Seiten der OECD:

„Große Differenzen beim Nutzungsgrad verschiedener diagnostischer und chirurgischer Verfahren lassen sich nicht durch Unterschiede beim klinischen Bedarf erklären. In Mexiko und der Türkei etwa wurden 2011 bei mehr als 45% aller Geburten Kaiserschnitte durchgeführt, dreimal mehr als in Island und den Niederlanden, was möglicherweise auf einen zu häufigen Einsatz dieser Praxis schließen lässt.“

Erst Anfang November stellte die OECD die Ergebnisse ihrer aktuellen „How’s Life“-Umfrage vor. Das Fazit: Unter 35 OECD-Staaten sind es die türkischen Bürger, die am häufigsten lange arbeiten. Fast die Hälfte hat unter der Woche regelmäßig mehr als 50 Stunden zu tun. Nahezu ein Fünftel der Beschäftigten macht Überstunden. Insgesamt sank die Zufriedenheit der Türken zwischen 2007 und 2012 um fünf Prozent (mehr hier). Beim OECD-Better Life Index schneiden die Türken in Gänze nicht besonders gut ab (mehr hier).

Lebenserwartung: Schweizer überrunden die Japaner

Health at a Glance erscheint alle zwei Jahre. Enthalten sind Gesundheitsdaten aus den OECD- aber auch aus großen Schwellenländern, den so genannten BRIICS‑Staaten. Neben Indikatoren wie Gesundheitskosten, Behandlungszahlen oder medizinischem Personal, wird diesmal auch Material zu sozialen Barrieren für medizinische Behandlungen oder zu Gesundheitsrisiken für Kinder geboten.

Erstmals liegt die Lebenserwartung bei der Geburt im OECD-Durchschnitt bei über 80 Jahren. Die Schweiz belegt im Ranking mit 82,8 Jahren zum ersten Mal vor Japan und Italien den Spitzenplatz.

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