Russische Abgeordnete will Christentum in Verfassung verankern

Die umstrittene russische Politikerin Jelena Misulina hält nicht viel vom säkularen Charakter Russlands. Sie möchte das Christentum zur Staatsreligion machen. Ihr Vorstoß könnte sowohl in der Duma als auch in der Bevölkerung Unterstützer finden. Denn auch bei den Anti-Homo-Gesetzen spielte sie eine Vorreiter-Rolle.

Die Duma-Abgeordnete Jelena Misulina möchte das Christentum als offizielle Staatsreligion Russlands in der Verfassung verankert sehen.

Sie ist der Ansicht, dass das „orthodoxe Christentum die Grundlage der kulturellen und nationalen Eigenart Russland“ sei, zitiert RT die Sozialdemokratin.

Doch Misulinas Ansatz ist umfassender. Sie war eine Vorreiterin der Anti-Homo-Gesetze in Russland, die im Juni mit 434-0 von der Staatsduma verabschiedet wurden.

Das Gesetz sieht hohe Geldstrafen für das öffentliche Reden über Schwule und Lesben vor Minderjährigen vor. Bei Verstößen werden nicht nur für russische Verhältnisse horrende Beträge zwischen 100 und 11.700 Euro fällig. Zudem müssen Medien, die über Homosexualität berichten, eine dreimonatige Schließung fürchten. Ausländern droht sogar Abschiebung und Arrest (mehr hier).

Misulina und die Duma haben in der Homo-Frage einen großen Rückhalt in der Bevölkerung. Insgesamt 51 Prozent aller Russen begrüßen „Zwangsheilung“ und strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen. Drei Viertel der Bevölkerung sind für ein Verbot jeglicher öffentlicher Bekundung von Homosexualität, berichtet RIA Novosti.

Der Politikerin Misulina und zahlreichen Russen kommt es insgesamt auf den Schutz der traditionellen Familie an. Sie hat auch in Deutschland Befürworter.

So sprach sie vergangene Woche auf der Compact-Konferenz in Leipzig. Das Motto der Veranstaltung war „Für die Zukunft der Familie“. Beworben wurde die Konferenz zuvor auf Politically Incorrect und in der Zeitung Junge Freiheit.

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