Geplante Eurovision-Anschläge: Gericht in Aserbaidschan verhängt drastische Strafen

Ein Gericht in Aserbaidschan hat am Montag drei Personen zu lebenslanger Haft und 26 weitere zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie sollen während des Eurovision Song Contests im vergangenen Jahr Anschläge geplant haben. Sie sind nicht die ersten, die sich deshalb verantworten müssen.

Ein Gericht in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku verhängte gegen drei aserbaidschanische Bürger lebenslängliche Haftstrafen. Die übrigen 26 Angeklagten wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 15 Jahren verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, Anschläge auf den Eurovision Song Contest 2012 geplant zu haben.

Mit der Anhörung an diesem Montag steigt die Zahl der in diesem Zusammenhang verurteilten Personen auf insgesamt 36. Bereits im Zuge früherer Anhörungen wurden sieben Personen ins Gefängnis gesteckt. Das berichtet der Daily Star.

Insgesamt rund 40 Verdächtige verhaftet

Das Sicherheitsministerium in dem streng kontrollierten Staat am Kaspischen Meer behauptet, den Versuch terroristische Attacken auf den internationalen Musikwettbewerb vereitelt zu haben. Im Laufe der Ermittlungen nahmen die Behörden rund 40 Verdächtige fest. Zum fraglichen Zeitpunkt im vergangenen Mai soll eine Gruppe Verbindungen in den Iran unterhalten und Anschläge auf das Konzertgebäude geplant haben, in dem der Wettbewerb stattfand. Darüber hinaus sollen es die vermeintlichen Attentäter auf den aserbaidschanischen Präsident Ilham Alijew, ein Polizeigebäude, Hotels von Ausländern, Moscheen und andere religiöse Stätten abgesehen haben. Die von der Polizei ausgemachte Bande soll dann im Zuge mehrerer Operationen in verschiedenen aserbaidschanischen Städten festgenommen worden sein. Genaue Angaben zu Zeiten und Orten machten die Beamten nicht.

Bereits Ende 2012 hatte ein Gericht in Aserbaidschan vier Personen zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie sollen versucht haben, auf den im vorangegangenen Mai in Baku ausgetragenen Eurovision Songcontest „terroristische“ Anschläge zu verüben. Dafür musste das Quartett zwischen zwölf und 14 Jahre ins Gefängnis (mehr hier).

Aserbaidschan investiert viele Millionen Dollar

Der Eurovision Song Contest wurde von mehr als 100 Millionen Menschen weltweit gesehen. Er war das größte Kulturereignis in Aserbaidschan seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991. Die Behörden investierten Hunderte Millionen Dollar in den Bau der Crystal Hall und zur Verschönerung der Stadt Baku. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung kam es aufgrund der prekären Menschenrechtslage jedoch zu zahlreichen Protesten.

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