Kulturelle Bereicherung: 2014 erscheint erster türkischer Film im pakistanischen Kino

TV-Importe aus Indien und neuerdings auch aus der Türkei halten die pakistanische Fernsehlandschaft lebendig. Auch die Kinos des Landes profitieren von ausländischen Produktionen. Im Januar 2014 gibt es eine echte Premiere: Der erste Urdu synchronisierte türkische Film läuft auf den hiesigen Leinwänden an.

Seit kurzem schreiben türkische TV-Serien in Pakistan eine echte Erfolgsgeschichte. Jetzt soll diese auch in den Kinos fortgesetzt werden. In wenigen Wochen erscheint „Mohabbat Ek Ittifaq“. In der Türkei ist der Blockbuster unter dem Titel „Aşk Tesadüfleri Sever“ bekannt und war dort ein Megaerfolg.

In der Türkei kam der Film bereits 2011 in die Lichtspielhäuser und spielte damals mehr als 50 Millionen Dollar ein. Kayzee Enterprises hat den Streifen nun nach Pakistan importiert. Dort wurde er auch synchronisiert, berichtet der Express Tribune. Das Unternehmen besäße zudem die Rechte, den Film auch in Bangladesch und Indien zu veröffentlichen.

Türkische Filme als Alternative zu Bollywood

Anders als bei TV-Produktionen, denen schlicht das Geld für aufwendige Serien fehlt (mehr hier), leidet die pakistanische Kinobranche unter einem ganz anderen Phänomen. Kaukab Zuberi, ein Investmentbanker, der nun Filme importiert, erklärt: „Die Leute nehmen so viel Geld in die Hand, um in Pakistan Kinos hoch zu ziehen. Doch es gibt einfach nicht genügend Filmmaterial.“ Hollywood-Streifen würden nur von rund einem Prozent der pakistanischen Bevölkerung gesehen, pakistanische Filme gebe es nicht regelmäßig und Bollywood-Produktionen könnten immer von politischen Situationen und anderen sozialen Faktoren beeinflusst werden. Und genau deshalb sei es so wichtig, sich nach Alternativen umzusehen.

Der jetzt ins pakistanische Kino kommende Film entstand unter der Regie von Ömer Faruk Sorak. Mit dabei sind Stars wie Belçim Bilgin Erdo oder Mehmet Günsür, der dem pakistanischem Publikum bereits aus der TV-Serie „Das prächtige Jahrhundert“ bekannt ist. Die Geschichte des Films dreht sich um eine Reihe von Zufällen, die das Schicksal der beiden Liebenden, Özgür und Deniz entscheiden wird. Der Blick wechselt zwischen ihrer Kindheit in Ankara und ihrem heutigen Leben.

Türkische Drehbücher haben Qualität

Warum ein solcher Stoff auch in Pakistan gut ankommt, ist für Zuberi klar: Die Kulturen beider Länder seien sich ähnlich, zudem habe man die gleiche Religion. Erfolgreich werde der Film in Pakistan aber auch deshalb sein, weil die Drehbuchautoren nicht wenig Zeit darauf verwandt haben. Eine solche Qualität sei etwa aus Indien nicht zu erwarten. Mittlerweile sei auch das Publikum den Billigproduktionen aus Bollywood überdrüssig und verlange nach höherwertigen Produktionen, so seine Einschätzung.

Mehr zum Thema:

Türkische Seifenopern: Mega-Erfolg in Pakistan kommt nicht bei allen gut an
ProSiebenSat1 plant ersten deutsch-türkischen TV-Sender
TV-Serien: Neue diplomatische Kraft der Türkei

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.