Broschüre in acht Sprachen: Türkisches Parlament gibt Einblick in seine Arbeit

Die türkische Regierung arbeitet derzeit massiv an ihrem Image. Mittels einer Broschüre in acht Sprachen sollen ausländischen Gästen die Abläufe und das operative Geschäft im türkischen Parlament näher gebracht werden. Erst vor kurzem wurde ein eigener TV-Kanal und eine Social Media-Truppe angekündigt.

Das türkische Parlament will ausländische Besucher künftig in acht Sprachen informieren. Auf Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Kasachisch, Russisch und Spanisch sollen die internen Abläufe erläutert werden.

Bisher gab es lediglich Material auf der Internetseite des Parlaments tbb.gov.tr. Die Buchversion in acht Sprachen versteht sich als Ergänzung. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Die Broschüre konzentriere sich demnach auf das türkische Wahlsystem, formelle Befugnisse des Parlaments und seine Pflichten. Daneben gehe es um die parlamentarische Geschäftsordnung und Verfahren sowie die Praktiken des Parlaments. Ziel sei es, den Adressaten ein besseres Verständnis für die Rolle des türkischen Parlaments zu verschaffen.

Informationssteuerung via TV und Social Media

Mit kritischer Selbstreflexion ist hier aber ebenso wenig zu rechnen, wie bei einem erst kürzlich bekannt gewordenem Vorhaben. Denn der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan will den westlichen Medien nun mit einem eigenen TV-Sender zuvorkommen. Wiederholt hatte er sich in der Vergangenheit über eine vermeintlich falsche Berichterstattung im Ausland beschwert. Jetzt will die türkische Regierung offenbar ihre Geschichte selbst erzählen. Das Instrument: Ein eigener englischsprachiger Kanal. Der Sendebetrieb soll bereits 2014 aufgenommen werden (mehr hier).

Das Image der türkischen Regierung soll übrigens nicht nur per TV und gedrückten Broschüren wieder aufgebügelt werden. In Anbetracht der anstehenden Kommunalwahlen rücken nun auch die Sozialen Medien verstärkt in den Fokus. Insgesamt 6000 Personen sollen sich im „Koordinations-Zentrum für Soziale Medien“ der AKP für Wahlwerbung in den Digitalen Medien einsetzen (mehr hier).

Um die Pressefreiheit in der Türkei steht es seit Jahren schlecht. Und die Situation verschlimmert sich. So bezeichnet etwa Reporter ohne Grenzen (ROG) die Türkei als das weltgrößte Gefängnis für Journalisten. Im World Press Freedom Index nimmt das Land eine weit abgeschlagene Position ein und schafft es gerade einmal auf Platz 154 von insgesamt 179 Staaten.

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