Leben am Minimum: Syrische Flüchtlinge in der Türkei haben nur 29 Euro pro Monat

Die syrischen Flüchtlinge in den türkischen Flüchtlingscamps leben unter extremer finanzieller Anspannung. Derzeit müssen sie mit nur 29 Euro pro Monat auskommen. Um die Familien zu ernähren reicht das meist nicht.

Um sich in den türkischen Flüchtlingslagern zu versorgen, stehen syrischen Flüchtlingen pro Monat nur80 Lira, umgerechnet rund 29 Euro zur Verfügung. Damit müssen Dinge des täglichen Bedarfs, aber vor allem Lebensmittel gekauft werden. Denn: Aufgrund kultureller Unterschiede wurde die Verteilung von warmen Mahlzeiten in den Lagern bereits gestoppt.

Wie aus einem aktuellen Bericht der Menschenrechtskommission des türkischen Parlaments (TBMM) hervorgeht, kochen die Flüchtlinge ihre Speisen nun mit Lebensmitteln, die sie in den Märkten der Lager finden. Eingekauft wird allerdings nicht mit Bargeld, sondern via Kartensystem (mehr hier).

Mit dem zur Vergügung gestellten Geld kommen viele aber nicht aus, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Sie wünschen sich eine Aufstockung der Hilfe, um ihre Familien besser ernähren zu können.

60 der insgesamt 80 Lira der monatlichen Unterstützung kommt UN-Welternährungsprogramm. Die restlichen 20 Lira steuert das türkische Katastrophenschutzministerium (AFAD) bei.

Untersucht wurde die Lage der syrischen Flüchtlinge von einer Unter-Ausschuss. Dieser sah sich am 13. und 14. November in den Einrichtungen in Kilis und Kahramanmaraş um. Mit Stand vom 12. November lebten 202.793 Menschen in türkischen Flüchtlingslagern. 491.000 behelfen sich anderweitig, indem sie Wohnungen außerhalb der Lager angemietet haben.

Besonders bedrückt hätten die Flüchtlinge in Kilis demnach vor allem die Preise in den Camp-Märkten. Diese seien im Vergleich zu denen in der Stadt ausgesprochen hoch. In Kahramanmaraş habe es solche Beschwerden hingegen nicht gegeben. Der Untersuchungsausschuss empfiehlt daher, in Kilis ein ähnliches Ausschreibungssystem für die Märkte umzusetzen, wie es schon in Kahramanmaraş existiere. Das würde in der Folge dann auch zu niedrigeren Preisen führen.

Flüchtlinge, die die Camps für mehr als 15 Tage verlassen, werden aufgrund der knappen Kapazitäten nicht wieder aufgenommen. Problematisch sei jedoch das Auseinanderreißen von Familien infolge der strengen Regeln. Die UN fürchtet, dass bis Ende 2013 eine Million syrische Flüchtlinge in die Türkei strömen werden (mehr hier).

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