Vorbild Hollywood: Türkische Serienproduzenten schauen in den USA ab

In den USA und in Europa waren sie bereits der Hit: TV-Serien wie „O.C. California“ oder die legendären „Desperate Housewives“. Seit einiger Zeit kommt offenbar auch das türkische Publikum auf den Geschmack. Doch hier wird nicht einfach importiert. Die Türken basteln sich ihre eigene Version des US-amerikanischen Vorbilds. Das funktioniert aber nicht immer.

Das US-amerikanische Publikum hat mit seinen Lieblingsserien gelitten, geweint und viel gelacht. Über Jahre hingen und hängen die TV-Zuschauer teils immer noch an den Formaten, die auch in Europa echten Kultstatus erreichen konnten. Auch im Serienparadies Türkei will man diese Geschichten nicht missen. Allerdings wird hier die eigene Machart bevorzugt.

Eines der besten Beispiele für eine US-Kultserie ist das auch in Deutschland beliebte Format „O.C. California“. Die Seifenoper rund um Mischa Barton, Rachel Bilson, Adam Brody, Benjamin McKenzie und Willa Holland lief von 2003 bis 2007. Den Karrieren der Darsteller verpasste sie einen ordentlichen Schub. Dass eine solche Story nun auch in der Türkei auf Interesse stößt, versteht sich da fast von selbst.

Dementsprechend wurden vor einiger Zeit auch die türkischen Drehbuchautoren aktiv, um das Format den heimischen Bedürfnissen anzupassen. Wie The Daily Beast berichtet, bleibt vom US-Vorbild aber nicht viel übrig. Niemand aus der Originalbesetzung ist dabei. Lediglich die Story um eine Gruppe wohlhabender Teenager, die nicht nur mit ihren kaputten Familien, sondern auch schlechten Einflüssen von außen zu kämpfen haben, bleibt die gleiche.

Die türkische Adaption von „O.C. California“ ist jedoch nicht der erste Streich der hiesigen Filmindustrie. Auch Seifenopern wie „Private Practice“ (mehr hier) oder „Desperate Housewives“ (mehr hier) erfreuten für einige Zeit bzw. unterhalten noch immer das heimische TV-Publikum. Während die Arztserie „Merhaba Hayat“ jedoch nach einem Jahr ins Stocken geriet, erfreuen sich die Hausfrauen auch als sexy Musliminnen in „Umutsuz Ev Kadinlari“ nach wie vor großer Beliebtheit.

Dass eine solche Idee nicht immer funktioniert und schon mal vor dem Staffelende „stirbt“, bewies auch der Import der Kultserie „The Simpsons“ in den arabischen Raum. Während des Fastenmonats Ramadan im Jahr 2005 strahlte der in Dubai angesiedelte pan-arabische Privatsender MBC die erste Staffel im Vorabendprogramm unter dem Titel „Al-Shamshun“ aus. Synchronisiert wurde die Serie auf Arabisch mit ägyptischem Akzent. Homer Simpson hieß hier Omar Shamshun, aus dem kleinen Bart wurde Badr. Und auch sonst ging es wesentlich züchtiger zu. Die Folge: Die im Westen herrschende Euphorie blieb hier aus. Nur 34 der 52 Episoden flimmerten über die TV-Geräte.

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