Angola: Katholiken wollen Islam und Freikirchen zurückdrängen

In Angola macht die katholische Kirche Stimmung gegen Muslime und evangelikale Christen. Die seien pervers, gewalttätig und intolerant. Doch auch Angolas Regierung ist beteiligt an der Verfolgung von Nicht-Katholiken. Dabei ist das Land offiziell laizistisch.

In Angola sind weder der Islam noch eine Reihe von Freikirchen staatliche anerkannte Religions-Gemeinschaften. Sie werden als Sekten eingestuft. Die katholische Kirche hingegen ist anerkannt. Ihr Einfluss geht bis in die Politik.

Dem Sprecher der angolanischen Bischofs-Konferenz, José Manuel Imbamba, zufolge soll das indirekte Verbot für die evangelikalen Freikirchen und die Muslime auch weiterhin Bestand haben. Der Islam und die Freikirchen brächten „eine gewisse Intoleranz, eine gewisse Gewalt und bis zu einem bestimmten Punkt auch eine Perversion der eigenen Kultur“ mit sich, zitiert die DW den Sprecher.

Auch der Staat teilt die Ansicht der Katholiken. Dabei ist in der Verfassung des Landes der Laizismus verankert, welche eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion fordert. Der muslimische Funktionär David Ja sagt, dass die Muslime Angolas niemals etwas gegen die Interessen des Staats getan hätten.

„Insofern kann sich der Staat mehr um uns kümmern“, zitiert die DW Ja.

Nach Angaben des Mitglieds der britischen Denkfabrik Chatham House, Alex Vines, zerstören staatliche Behörden aktiv Moscheebauten. Der Islam sei de facto verboten (mehr hier).

Die Situation der Freikirchen und der islamischen Gemeinschaft dürfte sich in den kommenden Monaten noch weiter verschlechtern. Die katholische Kirche des Landes und der Staat werden offenbar keine Schritte gen Religionsfreiheit und Menschenrechte machen.

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