Aufstand gegen Erdoğan: Türkische Opposition sucht Hilfe bei Obama

Die türkische Opposition möchte Premier Erdoğan um jeden Preis zum Sturz bringen. Dabei setzt sie nun nicht mehr auf Überzeugungs-Arbeit beim Volk, sondern sucht nach Unterstützung aus dem Ausland. CHP-Chef Kılıçdaroğlu befindet sich aktuell in den USA. Dort wird er eine Reihe von Lobbyisten treffen. Doch Obama zeigt sich desinteressiert am Oppositions-Chef.

Der türkische Oppositions-Chef Kemal Kılıçdaroğlu befindet sich aktuell auf einer USA-Reise. Offenbar sucht er nach moralischer und politischer Unterstützung, um im Inland gegen Erdoğan agieren zu können.

In Washington D.C. wird er sich mit einer Reihe von Vertretern amerikanischer Lobby-Organisationen und Denkfabriken treffen. Ein Treffen mit hochrangigen Offiziellen der US-Regierung wird nicht stattfinden. Obama hat sich nur dazu bereit erklärt, Kılıçdaroğlu seine Europa-Beraterin Karen Donfried als Gesprächs-Partnerin zur Verfügung zu stellen, berichtet Hürriyet-Journalist Sedat Ergin.

Dieses Treffen fand am Montag im Weißen Haus statt. Donfried soll Kılıçdaroğlu nur vier Punkte abgefragt haben. Sie soll zunächst gefragt haben, wie die CHP zum Demokratie-Paket Erdoğans steht? Weiterhin soll sie an der Strategie der CHP für die kommenden Kommunalwahlen und an den wirtschafts-politischen Zielen der Partei interessiert gewesen sein, berichtet die Zeitung Radikal. Die neue außenpolitische Ausrichtung der CHP soll Donfried auch abgefragt haben. Im Fokus standen Ägypten, Israel, Syrien und die EU.

Die Korrespondentin Şirin Payzın sagte dem TV-Sender CNN Turk per Live-Schaltung, dass der CHP-Chef im Rahmen einer Rede an der John Hopkins Universität Broschüren zu den Gezi Park-Protesten an die Studenten verteilt habe. Des Weiteren sollen in mehreren Städten der USA Auslandsvertretungen der CHP eingerichtet werden. Weitere Reden werde der CHP-Chef am Brookings Institute, am Center for American Progress, am Bi-partisan Policy Center und am The Central Asia-Caucasus Institute & Silk Road Studies Program Joint Center halten, berichtet Gercek Gündem.

Die CHP-Politiker Faruk Loğoğlu, Osman Korutürk und Yurter Özcan werden sich im Pentagon mit hochrangigen Mitarbeitern Treffen. Doch Kılıçdaroğlu wird dem Treffen nicht beiwohnen, berichtet das Nachrichten-Portal Gercek Gündem.

Im Vorfeld seines Besuchs hatte er nur lobende Worte für US-Präsident Obama übrig. Er und Obama seien „aus demselben Holz geschnitten“. Sie seien beide Männer des Volks und nicht der „Aristokratie“, zitiert mynet haber Kılıçdaroğlu.

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