Wegen Syrien-Politik: Türken sind nicht mehr die Beliebtesten bei Arabern

Die Beliebtheit der Türken im Nahen Osten und Nordafrika ist im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken. Insbesondere in Syrien und Ägypten genießt das Land nicht mehr so viel Zustimmung.

Die türkische Denkfabrik Türkische Stiftung für wirtschaftliche und soziale Studien (TESEV) hat im Rahmen einer Umfrage herausgefunden, dass die Türken nicht mehr die Beliebtesten in der MENA-Region (Nahost und Nordafrika) sind. Zwei andere Länder werden als positiver angesehen.

Die Umfrage wurde in 16 MENA-Ländern unter 2.800 Personen durchgeführt. Insgesamt 67 Prozent der Befragten blicken positiv bis sehr positiv auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). An zweiter Stelle liegt Saudi Arabien mit 60 Prozent positiven Bewertungen. Die Türkei ist mit 59 Prozent das drittbeliebteste Land. Im vergangenen Jahr bewerteten noch 69 Prozent aller Befragten in der MENA-Region die Türkei als positiv.

Auffällig ist, dass die Türken insbesondere im Iran und im Irak ein gutes Image haben. Bei 67 Prozent der Befragten im Irak und 69 Prozent der Befragten im Iran hat die Türkei ein gutes Image. Doch in Syrien genießt die Türkei nur 22 Prozent an Zustimmung und auch in Ägypten ist das Land unbeliebt. Dort stufen nur 38 Prozent der Befragten die Türkei als positiv ein.

Insgesamt 64 Prozent der gesamten Befragten sind der Ansicht, dass das politische Gewicht der Türkei im Nahen Osten und Nordafrika stetig anwachse. Die überwiegende Mehrheit der Befragten sehen in der Türkei sogar ein Vorbild für die gesamte Region. Für 34 Prozent ist die wirtschaftliche Stärke der Türkei ausschlaggebend für die Vorbild-Funktion. 24 Prozent sehen die türkische Demokratie, 19 Prozent den türkischen Laizismus und 20 Prozent die islamische Identität der Türkei als vorbildlich für die Region.

Auch den türkischen Friedensprozess mit den Kurden unterstützen die Menschen der MENA-Region. Insgesamt 85 Prozent der Befragten stimmen dem Friedensprozess zu. Sogar in Syrien unterstützen 78 Prozent der Befragten den Friedensprozess. Dabei ist in diesem Land die türkische Regierung und Premier Erdoğan aufgrund Ankaras Syrien-Politik regelrecht verhasst.

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