Erdoğans Familien-M​itglieder gründen eigene Universitä​t

Premier Erdoğans Sohn, Tochter, Schwager und weitere Familienmitglieder wollen in der Türkei eine private Universität gründen. Sie alle gehören einer Stiftung an, die aktuell zwölf verschiedene Mädchen-Wohnheime betreibt. Offenbar steht Erdoğans Forderung nach geschlechtlich getrennten Wohnheimen im Zusammenhang mit dieser Stiftung. Denn insbesondere private Stiftungen würden von der Geschlechter-Trennung finanziell profitieren.

Die Kinder und Verwandten von Premier Erdoğan sind nicht nur politisch, sondern auch geschäftlich sehr aktiv.

Nun wollen zwei seiner Kinder, der Bruder seines Schwiegersohns, sein Schwager, die Schwägerin seiner Tochter und die Schwiegermutter seines Sohns eine private Universität gründen, berichtet das Wirtschafts-Portal patronlardunyasi.com.

Die Gründung der Universität soll über die Türkiye Gençlik ve Eğitime Hizmet-Stifung (TÜRGEV) abgewickelt werden. Dort sind neben den Verwandten auch noch mehrere AKP-Abgeordnete und Oberbürgermeister in der Vollversammlung der Stiftung vertreten. Dazu gehören die AKP-Politiker Bülent Turan, Hasan Can, Mevlüt Uysal, Mustafa Demir, Mehmet Doğan Kubat, Mustafa Ataş, berichtet Milliyet.

Hinzu kommen die Tochter des türkischen Agrarwirtschafts-Ministers Mehdi Eker und Yasemin Solmaz. Solmaz ist die Tochter des Erdoğan-nahen Geschäftsmanns Remzi Gür, berichtet Milliyet weiter. Die geplante Hochschule soll İbn-i Haldun Universität heißen.

Die TÜRGEV-Stiftung betreibt aktuell 12 private Studenten-Wohnheime für Mädchen. In diesem Zusammenhang erhält auch Erdoğans Forderung nach geschlechtlich getrennten Wohnheimen eine neue Dimension.

Denn von einer derartigen Verordnung würde vor allem die TÜRGEV-Stiftung und weitere regierungsnahe islamisch-konservative Stiftungen finanziell profitieren.

Offenbar hat Premier Erdoğans Wunsch nach einer Geschlechter-Trennung auch einen wichtigen wirtschaftlichen Hintergrund.

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