Türkische Sultan-Serien begeistern Menschen vom Balkan bis Arabien

Türkische Serien feiern einen weltweiten Erfolg. Doch auf dem Balkan und im Nahen Osten sind insbesondere Doku-Soaps beliebt, die im Osmanischen Reich spielen. Ungewöhnlich ist, dass sogar Kroaten und Serben sich für jene Serien interessieren. Offenbar ändert sich der Blick auf die Osmanen.

Die Begeisterung der Menschen vom Balkan bis in den Nahen Osten für türkische Serien ist bekannt. Doch eine ganz bestimmt Serie hat es den Menschen wirklich angetan. „Das prächtige Jahrhundert“ („Muhteşem Yüzyıl“) spielt in der Ära Sultan Süleyman I. im 16. Jahrhundert.

Es ist eine Zeit der osmanisch-türkischen Expansion. Im Sultans-Palast laufen eine Reihe von Intrigen und Frauen mischen hinter Kulissen in der Staatspolitik mit. „Diese Serie hat uns die besten Einschaltquoten aller Zeiten beschert“, zitiert AFP den Vize-Präsidenten des arabischen Pay-TV-Netzwerks ONS, Khulud Abu Hommos.

Dank dieser Serie ändert sich offenbar die Wahrnehmung der Türken in der arabischen Welt. Denn sie galten vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Unterdrücker. Doch nun nehmen sich arabische Frauen sogar den Haarstil der osmanischen Sultans-Frauen zum Vorbild, berichtet AFP.

In Kroatien feiert die Serie ebenfalls einen Riesen-Erfolg. Dort kann „Das prächtige Jahrhundert“ 21 Prozent aller Einschaltquoten auf sich verbuchen. In Serbien liegt der Anteil bei 20 Prozent. Hinzu kommt, dass sich osmanische Literatur-Bücher sowohl unter den Muslimen als auch unter den Christen des Balkans gut verkaufen.

Ein weiterer positiver Effekt lässt sich in der Stadt Kosovska Mitrovica im Kosovo beobachten. In der Stadt beäugen sich Albaner und Serben im Regelfall mit Argwohn. Sie wohnen in getrennten Vierteln.

„Es ist 20.45 Uhr. Die Straßen auf beiden Seiten der Stadt sind leer. Kirchen- und Moscheegänger kleben sich an die Bildschirme. Herzlichen Glückwunsch, Süleyman!“, zitiert AFP einen Bericht aus einem Balkan-Magazin.

Die Geschichte des Osmanischen Reich übt offenbar eine große Faszination auf die ehemaligen Völker des Reichs aus. Dabei gab es unter den Osmanen auch zahlreiche Konflikte. Doch das interessiert offenbar keinen mehr.

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