Ausbildung: Deutsche Polizei sucht Jugendliche mit Migrations-Hintergrund

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat ein Nachwuchsproblem. Das Innenministerium des Landes möchte die größer werdende Lücke mit Jugendlichen aus Migranten-Familien schließen.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen braucht mehr Personal. Die Anzahl der Bewerber für eine Polizei-Ausbildung geht stetig zurück.

„In diesem Jahr haben wir unseren Azubi-Bedarf von 500 ganz knapp erfüllen können. Wir wünschen uns mehr Bewerbungen von Jugendlichen, um eine bessere Auswahl treffen zu können“, zitiert die DW den Chef der Deutschen Polizei-Gewerkschaft (DPolG), Erich Rettinghaus. Insbesondere junge Migranten möchte die Polizei anwerben.

Denn für Rettinghaus müsse die Polizei auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Es müsse eine Identifikation zwischen Polizei-Beamten und Bürgern vorherrschen. Dann wird es offenbar auch leichter, Kriminalität nachhaltig einzudämmen. Rettinghaus weist auch darauf hin, dass Vorfälle zwischen Polizisten und jungen Migranten vorkommen. Diese können dann auch verhindert werden.

Der Personal-Mangel mache sich bei den alltäglichen Einsätzen bemerkbar. Besonders große Probleme gebe es mit kriminellen Banden aus Osteuropa. Erschwerend hinzu komme, dass sich eine Reihe von Polizisten krankschreiben lassen. 40 Prozent aller Polizeibeamten in NRW seien über 50 Jahre alt, berichtet die DW.

Der Polizeipräsident der Stadt Köln, Wolfgang Albers, sagt, dass aktuell eine Werbekampagne unter Migranten in Gang gebracht wurde. „Es freut uns, dass unter den Migranten ein großes Interesse am Polizei-Job herrscht“, zitiert die DW Albers. Vor allem in den Migranten-Vierteln genießen die aktuellen Polizisten mit Migrations-Hintergrund ein großes Ansehen. Das stärkt offenbar auch den Kooperations-Willen und das Vertrauen in die Polizei.

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