Türkische Künstler protestieren mit Mozart gegen Gesetzentwurf

Ein Ensemble spielt Mozart im türkischen Parlament. Anlass ist ein Gesetzesentwurf, der die Schließung staatlicher Musikschulen vorsieht. Die Künstler wollen mit ihrer musikalischen Einlage dagegen protestieren.

Ein Kammermusik-Ensemble unter der Leitung des bekannten türkischen Dirigenten Gürer Aykal interpretierte in der Großen Nationalversammlung ein kurzes Stück von Mozart. Die Musiker möchten mit ihrer Darbietung gegen ein kürzlich verabschiedetes Gesetz protestieren. Sie befürchten, dass das Gesetz zur Schließung staatlicher Musikhochschulen führt.

Der heitere Charakter des Divertimentos F-Dur trügt. In der Pressekonferenz vor dem Konzert äußerte sich Aykal nach Angaben der Zeitung Hürriyet „besorgt“. „Sie waren in allen Ländern der ganzen Welt erfolgreich, in der Oper, im Orchesterkonzert und im Ballett“, so der Dirigent. „Sie haben davon gehört, dass im Ministerium ein Gesetz verabschiedet wurde. Sie sind besorgt und können nachts nicht schlafen. Ihre Familien sind unglücklich“, zitiert die Hürriyet den ehemaligen Generalmusikdirektor des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, Aykal.

Er räumt jedoch auch den Misserfolg türkischer Musikschulen ein. In den 40 Provinzen sei der Aufbau von Symphonie-Orchestern bisher nicht erfolgreich gewesen.

Die größte Befürchtung hegen die Musiker vor der Schließung von Musikschulen und den damit verbundenen unklaren Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem fürchten sie die direkte Unterstellung nationaler Musikschulen unter die Regierung.

Aykal fordert eine stärkere Beteiligung der Musiker bei der Ausarbeitung. „Es mag zu korrigierende Missstände geben. Aber lasst sie uns gemeinsam beheben“, so Aykal.

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