Oslo: Türkischer OPCW-Generaldirektor nimmt Friedensnobelpreis entgegen

Die stillen Inspektoren der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben am Dienstag den Friedensnobelpreis erhalten. Stellvertretend für sie nahm der türkische Generaldirektor Ahmet Üzümcü die Auszeichnung für ihren beharrlichen Einsatz entgegen. In den Fokus war die OPCW zuletzt wegen ihrer schwierigen Mission in Syrien gerückt. Im Januar soll dort mit der Vernichtung des Giftgasarsenals begonnen werden.

Am Dienstag wurden in Stockholm und Oslo die diesjährigen Nobelpreise übergeben. Während sich die Preisträger für Literatur, Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaft in Schweden einfanden, erhielt die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) den Friedensnobelpreis in der norwegischen Hauptstadt.  Entgegen genommen wurde er von ihrem türkischen Generaldirektor Ahmet Üzümcü.

Der vom Komitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises verliehene Friedensnobelpreis ist mit über 850.000 Euro dotiert. Die OPCW wurde nach Angaben des Vorsitzenden des Nobel-Komitees, Thorbjørn Jagland, für ihre „umfangreichen Versuche zur Abschaffung chemischer Waffen“ geehrt.

C-Waffen habe besonders schädliche Tradition

„Ich hoffe inbrünstig, dass diese Auszeichnung zu weiteren Versuchen anspornt, die Chemiewaffen-Konvention zur echten universellen Norm zu machen“, so Üzümcü. Zwar habe seiner Meinung nach keine Waffe ein „Monopol“ auf Grausamkeit und Tödlichkeit, „aber chemische Waffen haben in jeder Hinsicht eine besonders schändliche Tradition“ (mehr hier).

Die Organisation hat in diesem Jahr eine wichtige Rolle bei der Beseitigung der verbliebenen chemischen Waffen des syrischen Regimes gespielt. Bis Mitte 2014 sollen nun alle chemischen Waffen aus Syrien verschwunden sein. Die Bestände sollen auf einem Spezialschiff der USA im Mittelmeer vernichtet werden. Die OPCW hofft, damit noch im Januar beginnen zu können, berichtet euronews.

Jagland nutzte den Anlass zu einem eindringlichen Appell an die bisher nicht beigetretenen Staaten. „Zwei [Staaten], Israel und Myanmar, haben unterschrieben, aber nicht ratifiziert. Bitte ratifizieren Sie!“, so Jagland. „Angola, Nordkorea, Ägypten und Südsudan haben weder unterschrieben noch ratifiziert. Bitte tun Sie das!“ Völkerrechtlich verleiht erst die Ratifikation einem Vertrag Gültigkeit.

80 Prozent der C-Waffen unschädlich gemacht

Jagland zufolge wurden seit dem Gründungsjahr der Organisation 1997 80 Prozent aller Chemiewaffen unschädlich gemacht. Außerdem wurde die Produktionskapazität solcher Waffen um 90 Prozent zurückgefahren.

Der Zeremonie wohnten nach Angaben der Hürriyet auch das Norwegische Königspaar Harald und Sonja bei sowie mehrere Mitglieder des norwegischen Parlaments mit Ausnahme von Ministerpräsidentin Erna Solberg. Sie war bei der Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Nelson Mandela in Südafrika geladen. Auch Üzümcü kam in seiner Rede auf Mandela zurück. „Es ist eine große Ehre für mich, 20 Jahre nach Mandela hier zu sein“, so Üzümcü. „Er war eine Quelle der Inspiration für uns, für unsere Generation und sicher auch für zukünftige Generationen.“

Die Zeremonie zur Verleihung des Preises findet traditionell am Todestag Alfred Nobels statt. Einzig der Friedensnobelpreis wird in Oslo übergeben. Ahmet Üzümcü ist seit 2008 Vorsitzender des UN-Abrüstungskomitees.

Mehr zum Thema:

Chemiewaffen-Inspekteure erhalten Friedens-Nobelpreis
Syrien: UN-Waffeninspekteure untersuchen drei C-Waffen-Anlagen
Gefahr durch C-Waffen: Türkische Polizei erhält spezielles Training

 

 

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.