Märtyrer in nur drei Stunden: Deutsch-türkischer Islamist nach Ankunft in Syrien getötet?

Ein deutsch-türkischer Teenager ist offenbar nach Syrien gereist, um sich dem Dschihad gegen Assad anzuschließen. Dabei soll er schon kurz nach der Ankunft am Flughafen in Aleppo ums Leben gekommen sein. Die hessischen Sicherheitsbehörden prüfen derzeit den Fall, während der Junge im Internet bereits als Märtyrer gefeiert wird.

Die Reise des 16-jährigen Frankfurters Enes D. soll kurz nach seiner Ankunft am Flughafen von Aleppo geendet haben. Kaum war der Deutsch-Türke ein paar Stunden im Land, kam er wohl schon ums Leben. Im Netz brodelt nicht nur die Gerüchteküche. Der junge Mann wird von Radikalen bereits als Märtyrer verehrt. Dabei sind die Prüfungen des Falles noch in vollem Gange.

Nach Berichten von The local soll der junge Deutsch-Türke offenbar versucht haben, sich islamistischen Rebellen anzuschließen. Dabei verstarb er unter bisher ungeklärten Umständen. Das hessische Innenministerium prüft Berichte, nach denen „Enes“ gezielt getötet wurde.

23 Syrien-Ausreisende aus dem Rhein-Main-Gebiet

Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) fordert nach dem Vorfall ein Frühwarnsystem der Sicherheitsbehörden. Dieses soll Aufrufe zur Gewalt in Syrien aufspüren. Auf seiner Homepage spricht das Ministerium von 23 Syrien-Ausreisenden aus dem Rhein-Main-Gebiet. Neun von ihnen seien demnach noch Schüler (mehr hier).

Nach Rheins Vorstellung sollen sich die Länder auf ein bundesweites Netzwerk zur Prävention einigen. Dieses könnte verschiedene Maßnahmen zur Prävention anwenden. Möglich wären die Unterstützung von Eltern und Verwandten, aber auch die Festnahme von aus Syrien heimkehrenden Kämpfern.

Derzeit befinden sich rund 60 Deutsche in Syrien. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagt, dass es sich bei den Personen um radikale Islamisten handelt, die in Syrien militärisch ausgebildet werden. Sie würden irgendwann nach Deutschland zurückkehren und wären dann ein Sicherheitsrisiko (mehr hier).

Kontroverse Facebook-Debatte

Auf Facebook wird über den Tod des Jungen kontrovers debattiert. Viele junge Muslime wünschen ihm eine überirdische Belohnung seiner Taten nach dem Tod. Es gibt jedoch auch kritische Anmerkungen. Ein Nutzer äußert: „Ein 16 jähriger hat nichts in Syrien verloren, ab 18 kann er entscheiden,, geht und guckt mal, wie es den Jungen seinen Eltern geht,,“

Am späten Nachmittag wurde die Facebook-Präsenz aktualisiert. Der Eintrag um den Jungen vom 9. Dezember 2013 ist nicht mehr zu finden.

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