Stratfor erwartet Eskalation zwischen Iran und Türkei

Eine großangelegter Konflikt zwischen der Türkei und dem Iran steht vor der Tür. Das jedenfalls ist die Ansicht der US-Denkfabrik Stratfor. Eine neu entstandene türkisch-kurdische Allianz habe den Iran und Bagdad gegen sich. Der Argwohn und die Feindschaft zwischen beiden Seiten sei groß.

Rheva Bhalla, von der US-Denkfabrik Stratfor, hat in einer Analyse ein düsteres Szenario für den Irak gezeichnet. Denn dort sei die Grundlage für Eskalation zwischen der Türkei und dem Iran gelegt worden. Teheran unterstütze die Zentralregierung in Bagdad und Ankara unterstütze die Kurden im Nordirak.

Sowohl die Zentralregierung als auch die Iraner seien unzufrieden mit der türkisch-kurdischen Annäherung im Nordirak. Die Türken und Kurden befinden sich aktuell in Verhandlungen, um die Türkei mit irakischen Energieträgern aus dem Nordirak zu versorgen. Das Öl soll schon bald fließen. Bagdad und Teheran sind gegen diese Verhandlungen.

Dieser Energiepakt komme einer Unabhängigkeits-Erklärung der Kurdenregion des Irak gleich. Es sei aber auch eine von der Türkei geförderte Kriegserklärung an Bagdad und seiner „persischen Sponsoren“, Stratfor-Analystin Bhalla. Der „Sponsor“ der Kurden des Nordirak sei die Türkei. Damit legt Bhalla zunächst die Fronten fest.

„Die uralte türkisch-persische Rivalität wird in Kurdistan wiedererweckt werden“, schreibt Bhalla. Der Iran werde auch Militär-Operationen auf seinem eigenem Territorium als Vorwand nutzen, um Militäroperationen in der Kurdenregion des Irak durchzuführen. Doch spätestens dann würde die Türkei ins Spiel kommen und müsste dann als Schutzmacht der Kurden auftreten. Ein Krieg zwischen dem Iran und der Türkei wäre das Ergebnis.

Der letzte Krieg zwischen den Türken und den Persern fand zwischen 1623 und 1639 statt. Bei der Auseinandersetzung ging es um territoriale Ansprüche im Irak. Am 17. Mai 1639 wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Die aktuellen Grenzen zwischen der Türkei und dem Iran gehen zurück auf diesen Vertrag. Davor gab es über 150 Jahre Land immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Türken und heutigen Iranern.

Die US-Denkfabrik Stratfor wird in ihren Analysen nicht müde zu betonen, dass es zum Krieg zwischen dem Iran und der Türkei kommen könnte.

In einem Wikileaks-Dokument schreibt die Stratfor-Analystin Rheva Bhalla an den Stratfor-Analysten Kamran Bokhari:

„Die Türkei trägt den Deal mit dem US-Raketenabwehr-System sehr öffentlich vor. Das ist ein sehr großer Deal. Die Türkei fällt zurück in ihre natürliche Rolle als Gegengewicht [gegen den Iran] und gibt dem Iran keine freie Hand.“

Offenbar soll die Türkei mit US-Unterstützung gegen den Iran aufgebaut werden. Finanzielle Unterstützung erhält das Land aus Saudi Arabien. Kommt es zum Krieg zwischen beiden Staaten, wird die USA zumindest im Verlauf des Kriegs auf der Seite der Türken stehen.

Doch dieses Szenario erinnert an den irakisch-iranischen Krieg (Erster Golfkrieg) von 1980 bis 1988. Auch damals verließ sich Saddam Hussein auf US-Unterstützung. Drei Jahre nach dem Ersten Golfkrieg wendeten sich die USA dann gegen Saddam und überfielen den Irak.

Premier Erdoğan sollte Vorsicht walten lassen. Denn sein Traum von der Wiederauferstehung des Osmanischen Reichs ist leicht manipulierbar und gefährlich.

Die Menschen im Nahen Osten wollen keine weiteren Kriege mehr. Doch da denken einige stets im Warmen sitzende Politik-Analysten im „Westen“ offenbar anders.

Hinterher regt sich jeder über die Flüchtlings-Ströme aus dem „Osten“ auf.

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