Chefberater Erdoğans glaubt immer noch an „Supermacht“-Rolle der Türkei

Erdoğans Chefberater in Wirtschaftsfragen, Yiğit Bulut, ist trotz der politischen Krise in der Türkei optimistisch. Er beansprucht eine weltpolitische Führungsrolle der Türkei. Er stützt seine Aussage auf einen Zukunftsforscher aus Israel. Doch sowohl China als auch Europa hätten das Ziel, die Türkei zu stoppen.

Der Mensch sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Doch Erdoğan-Berater Yiğit Bulut sieht das anders. In einem Artikel in der Zeitung Stargazete schreibt er, dass die Türkei auf dem Weg zur Supermacht sei.

Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Probleme, seien im globalen Zusammenhang zu sehen. Das seien lediglich „Geburtswehen“. Es entstehe eine neue Weltordnung und die Türkei werde als Macht ihren Platz einnehmen.

Bulut verweist auch auf die Analysen von David Passig. Passig ist ein israelischer Zukunftsforscher an der Bar-Ilan Universität. „Nach einem hundertjährigen Schlaf wird die Türkei wieder zu ihrer naturgegebenen Rolle zurückfinden“, zitiert Bulut den Zukunftsforscher.

Doch mit einer fortschreitenden wirtschaftlichen und politischen Expansion, werde insbesondere China versuchen die Türkei zu stoppen.

Bulut zitiert den israelischen Wissenschaftler weiter:

„Die USA werden eine besondere Freude daran haben, dass die Türkei dem Nahen Osten zu neuem Wohlstand verhilft (…) Die Türkei wird den Iran isolieren. Das wird die USA noch mehr erfreuen. China wird gegen den türkischen Einfluss agieren. Doch bis dahin wird die Türkei schon längst eine Macht in Eurasien geworden sein.“

Doch offenbar ist eine Expansion der Türkei ohne US-Unterstützung nicht möglich. Das jedenfalls geht aus den Aussagen von Passig hervor.

Bulut hatte zuvor in einem Artikel geschrieben, dass insbesondere auch Deutschland gegen eine Expansion der Türkei sei (mehr hier). Der Chefberater des türkischen Premiers gilt unter anderem auch als Gegner der EU (mehr hier).

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