Deutsches Rechtsbüro: Selbshilfe-Gruppe für „politisch unkorrekte Deutsche“

Das Deutsche Rechtsbüro steht Bürgern mit rechtem Gedankengut zur Seite. Die Gründerin der „Selbsthilfe-Gruppe“ ist eine Hamburger Rechtsanwältin. NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt soll an einer Schulung der Anwältin teilgenommen haben. Ralf Wohlleben wurde von ihr 2005 vor Gericht vertreten.

Das Deutsche Rechtsbüro (DRB) im Deutschen Rechtsschutzkreis e.V. umschreibt sich selbst als eine „Selbsthilfegruppe zur Wahrung der Rechte, insbesondere der Grundrechte, `politisch unkorrekter´ Deutscher“.

Auf der Web-Seite des DRB heißt es weiter:

„Die meisten Rechtsanwälte in der Bundesrepublik Deutschland sind nicht bereit, `politisch unkorrekte´ Betroffene zu beraten oder vor Gericht zu vertreten, wenn es um politische Verfahren, z.B. `Volksverhetzung´, geht. Das Deutsche Rechtsbüro führt daher eine Liste von Rechtsanwälten in der Bundesrepublik Deutschland, die eine solche Beratung oder Vertretung übernehmen.“

Auf der Web-Seite des Landesamt für Verfassungsschutz von Brandenburg wird das DRB als Netzwerk von „Rechtsextremisten aller Lager“ umschrieben. Der Anspruch der „Wahrung der Grundrechte“ sei nur ein „Schein“.

Kontakte zu „Thüringer Heimatschutz“

Welche Verbindungen es zwischen dem DRB und dem NSU gab ist weiterhin unklar. Doch in dem zerstörten Haus in Zwickau, in dem das NSU-Trio lebte wurde ein Zettel mit dem Namen des DRB gefunden. Das geht aus den Nachforschungen des NDR hervor. Auf dem Zettel sollen insgesamt zehn Namen von rechten Organisationen und Publikationen gewesen sein. Hinter dem DRB soll die Hamburger Rechtsanwältin Gisa Pahl stehen. Sie hat alle Anfragen des NDR bezüglich möglicher Verbindungen zum NSU unbeantwortet gelassen.

Auch die Ermittler sind dieser möglichen Spur nicht nachgegangen. Das NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt nahm 1997 an einer Rechtsschulung von Gisa Pahl teil. 2005 vertrat sie Ralf Wohlleben vor Gericht. Sie hat auch den Song „Döner-Killer“-Song „vor Bekanntwerden des NSU“ nach seinen rechtlich zulässigen Inhalten begutachtet, berichtet der NDR weiter. Doch das sind keine stichhaltigen Belege dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen dem NSU und dem DRB gibt.

Im Rahmen einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der Linkspartei gibt der Hamburger Senat weitere Auskünfte über Gisa Pahl:

„Nach Kenntnis des LfV benutzt Frau Gisa Pahl das Pseudonym `Gisela Sedelmaier´. In der Publikation `Unabhängige Nachrichten´, Ausgabe Nr. 09/1991, ist ein mit `G. Sedelmeier´ gezeichneter Artikel erschienen.“

Rechtsradikale in Thüringen

Aktuell vertritt Pahl die Heilpraktikerin Bettina Maria Wild-Binsteiner vor dem OLG in Jena. Wild-Binsteiner ist Mitglied des rechten Vereins „Gedächtnisstätte“, berichtet das SPD-nahe Informationsportal Blick nach Rechts.

Es geht um den Kauf des Ritterguts Guthmannshausen in Thüringen. Wild-Binsteiner hatte das Rittergut im Jahr 2011 für 320.000 Euro vom Land Thüringen erworben. Das Land möchte den Verkauf rückgängig machen. Ein Urteil dazu wird das OLG Jena im Januar 2014 fällen, berichtet Blick nach Rechts weiter.

Wild-Binsteiner soll in Thüringen mindestens sieben von 27 Immobilien besitzen, die von Neonazis genutzt werden, so Blick nach Rechts.

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