„20 Dakika“: Zweite türkische Serie läuft bald im schwedischen TV

Bisher waren türkische TV-Serien vor allem im Nahen Osten ein echter Exportschlager. Nun kommen offenbar auch die Skandinavier auf den Geschmack. Schon im kommenden Januar soll im schwedischen Fernsehen „20 Dakika“ anlaufen. Es ist bereits das zweite Format, das den Sprung nach Europa geschafft hat.

„20 Dakika“ vom türkischen Produzenten Ay Yapim gehört derzeit zum angesagtesten, was das türkische TV zu bieten hat. Gedreht in Istanbul und angelehnt an die US-Kultserie „24“, verprüht das Format einen Hauch von Internationalität. Und das kommt auch fern der Türkei sehr gut an.

Der schwedische Sender SVT hat sich nun die Rechte an der türkischen Thriller-Produktion bei Eccho Rights gesichert. Damit wird „20 Dakika“ bereits zur zweiten türkischen Serie, die in Schweden zur Primetime ausgestrahlt wird.

Startschuss bereits im Januar 2014

Wie im US-amerikanischen Original geht es auch hier um das Erleben eines Falls in Echtzeit. Die Geschichte handelt von Melek, die ein glückliches Leben mit ihrem Mann, Ali, und ihren zwei Kindern führt. Eines Tages wird ihr perfektes Leben jedoch völlig auf den Kopft gestellt. Die Polizei verhaftet Melek wegen Mordes. Ali muss nun nicht nur die Familie zusammenhalten, sondern auch das Leben seiner Frau genau unter die Lupe nehmen. Er will ihre Unschuld beweisen. Doch was wird er finden? Wird ihre Beziehung das Ganze überstehen? Wie die Geschichte verläuft, können schwedische TV-Zuschauer ab kommenden Januar verfolgen.

Schon einmal haben die Skandinavier in diesem Jahr einen Deal mit Eccho Rights ausgehandelt. Damals ging es um die Serie „The End“. Fredrik af Malmborg von Eccho Rights verwundert das neuerliche Interesse des Senders nicht:

„In diesem Jahr hat SVT den mutigen Schritt unternomen und als erster westlicher Sender mit ‚The End‘ ein türkisches Drama ausgestrahlt. Der Start funktionierte sehr gut, mit guten Einschaltquoten und einer starken Rezeption in der Presse, so dass die Übernahme von ’20 Minutes‘ der natürliche nächste Schritt ist.“

Sehr gute Qualität und ständiger Nachschub

Seiner Ansicht nach sei die Serie ein weiteres Beispiel dafür, wie gut türkische Formate sein können. Es gebe starke Charaktere, fesselnde Geschichten und großartige schauspielerische Leistungen.

Mit dieser Meinung steht Malmborg nicht allein da. Die Türkei gilt derzeit als so etwas wie der neue Hot Spot für internationale Sender, die auf der Suche nach spannenden Formaten sind. Die boomende türkische TV-Industrie hat sogar Hollywood auf sich aufmerksam machen können. 20th Century Fox Television und Sander Moses Productions sollen bereits für eine US-Adaption von „The End“ unterschrieben haben. Außerdem soll Ay Yapim gerade mitten in Gesprächen für eine US-Adaption von „20 Dakika“. Umgekehrt lassen sich aber auch viele türkische Filmemacher inspirieren (mehr hier). Das berichtet Hollywoodreporter.

Für ständigen Nachschub ist übrigens gesorgt: 80 bis 90 türkische Serien werden jährlich produziert. Die Quoten entscheiden letztlich, ob eine Serie nach ein paar Folgen fortgesetzt wird. Der Wettbewerb ist groß. Daher schaffen es ungefähr 50 Prozent dieser Formate nicht über die ersten Folgen hinaus. Allein in diesem Jahr sollen Serien im Wert von 100 Millionen Dollar exportiert werden, so The International. Zum Vergleich: 2007 betrug das Volumen gerade einmal eine Million Dollar (mehr hier).

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