Türkei hortet mehr Gold als Europäische Zentralbank

Die Türkei weitet ihre Goldreserven aus. Sie gehört jetzt in die Top 20 der weltweiten Träger von Goldreserven. Damit hat die Türkei die EZB überholt. Doch hinter der vermeintlichen Stärke steckt die pure Finanznot – und der Iran.

Um 13 Tonnen erhöhte die Türkei im Dezember ihre Goldreserven. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,6 Prozent. Mit ihrem offiziellen Bestand von 503,2 Tonnen Gold steht die Türkei damit nun auf Platz 12 der Rangliste des World Gold Council (WGC), noch vor der EZB auf Platz 13. Gold hat nun einen Anteil von 16 Prozent der türkischen Reserven.

Grund für den Anstieg ist der gestiegene Bedarf an Zentralbank-Anleihen. Die türkische Zentralbank akzeptiert seit 2011 die Hinterlegung von Gold als Sicherheit für solche Anleihen, wie die Financial Times berichten. Mithilfe solcher Anleihen stützen türkische Banken die Spareinlagen ihrer Kunden.

Doch die Gold-Offensive hat noch einen ganz anderen Grund. Die Türkei braucht das Gold, um es gegen iranisches Gas einzutauschen. Durch das Embargo gegen den Iran ist der Türkei der Handel mit Geld nicht möglich. Die Türkei unterläuft das Embargo, indem sie ihre Verbindlichkeiten gegenüber iranischen Gasanbietern mit Gold begleicht (mehr hier).

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