Deutschland: Generalbundes-Anwalt verwechselt NSA mit NASA

Offenbar ist dem Generalbundes-Anwalt Harald Range der Unterschied zwischen NASA und NSA nicht bekannt. Auf einer Pressekonferenz sagte er, dass die NASA Deutschland nicht systematisch abgehört habe.

Der Generalbundes-Anwalt Harald Range hat auf einer Pressekonferenz gesagt, dass es „keine konkreten Anhaltspunkte für eine systematische“ Überwachung durch die US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt (NASA) gebe. Auch das britische Government Communications Headquarters (GCHQ) stehe nicht im Verdacht, sich an Abhöraktionen in Deutschland beteiligt zu haben.

Dabei hat Range sogar teilweise recht. Die NASA hat sich niemals an Abhöraktionen in Deutschland beteiligt. Offenbar kennt Range nicht den Unterschied zwischen NSA und NASA. Er kann sich auch nicht versprochen haben. Denn dann hätte er die Buchstaben N, A, S und A auf Englisch ausgesprochen. Das jedenfalls hat er bei den Buchstaben G, C, H und Q gemacht.

Seine „Kompetenz“ hatte Range zuvor im Zuge der NSU-Affäre unter Beweis gestellt. In der Anklageschrift gegen den NSU steht Beate Zschäpe im Vordergrund. Über die Verwicklung von V-Männern und Beamten in die NSU-Affäre ist nicht die Rede. Es gibt auch keine Anklagen gegen jene Staatsschützer. Die Öffentlichkeit bekommt den Eindruck, dass Zschäpe alle Morde mit Böhnhardt und Mundlos eigenständig geplant habe.

Der MDR zitiert Range zum Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter:

„Die beiden Heilbronner Polizisten wurden nach dem bisherigen Ermittlungsstand deshalb zu Opfern der terroristischen Mörder, weil sie als Repräsentanten der wehrhaften Demokratie für die Verteidigung unserer Grundwerte einstanden.“

Doch an dieser Einschätzung hat der NSU-Opferanwalt Mehmet Daimagüler große Zweifel (mehr hier).

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