Japan ignoriert Fukushima: AKWs sollen wieder hochgefahren werden

Die japanische Atomaufsicht hat trotz der Katastrophe von Fukushima die erneute Aufschaltung aller 50 Atomkraftwerke empfohlen. Die Regierung macht Druck, weil die Strompreise explodiert sind. Über die Entwicklung in der Atom-Ruine schweigt die Regierung geflissentlich.

Knapp drei Jahre nach der Fukushima-Katastrophe hat eine Regierungskommission den Japanern den weiteren Einsatz der Kernkraft empfohlen.

„Atomstrom ist eine wichtige und grundlegende Energiequelle, die die Stabilität der Versorgung unterstützt“, heißt es im Bericht des Gremiums, der am Freitag veröffentlicht wurde. Voraussetzung sei, dass die Sicherheit der Anlagen gewährleistet sei.

Es gilt als sicher, dass die Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe den Leitlinien des Berichts folgt. Dieser enthält jedoch keine Angaben, wie hoch der Anteil von Atomstrom im Energiemix sein sollte.

Vor der Kernschmelze im Fukushima-Reaktor im Frühjahr 2011 hatte Japan rund 30 Prozent seiner Elektrizität aus Atomkraft bezogen. Abe hatte bereits signalisiert, dass er trotz der Katastrophe und der Probleme, die Reaktor-Ruine zu sichern, an der Technik festhalten wolle.

Damit sollen die drastisch gestiegenen Kosten für die Einfuhr von Gas und Kohle gedämpft werden. Ein wichtiger Grund für die massiven Preisanstiege ist allerdings das extreme Gelddrucken der japanischen Zentralbank.

Die Vorgängerregierung hatte unter dem Eindruck von Fukushima noch einen Ausstieg aus der Atomkraft ins Auge gefasst und alle rund 50 Reaktoren vom Netz genommen. In Fukushima wird derzeit die höchste Radioaktivität aller Zeiten gemessen. Die Regierung verschärft die Zensur (mehr hier).

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