„Fack Ju Göhte“: Schon im Herbst soll Teil 2 gedreht werden

Bora Dagtekins „Fack Ju Göhte“ hat die Herzen der deutschen Kinobesucher im Sturm erobert. Gerüchte, dass die Erfolgsstory dieses Winters fortgesetzt werden könnte, werden jetzt aus den eigenen Reihen geschürt. Legitim scheint ein solches Vorhaben allemal. Die herrlich politisch unkorrekten Dialoge des Regisseurs haben schon einmal ordentlich abgeräumt.

Wir wollen mehr davon! So scheint derzeit die einhellige Meinung deutscher Kinobesucher zu Bora Dagtekins „Fack Ju Göhte“ zu lauten. Seit 7. November 2013 strömen sie millionenfach in die Kinos, um dem Treiben der beiden Protagonisten Elyas M’Barek und Karoline Herfurth auf der Leinwand zu folgen und sich dabei sprichwörtlich „wie Bolle“ zu amüsieren. Offenbar denken auch die Macher so. Diesen Schluss lässt nicht nur ein kleiner Internethinweis zu.

„ENDSCHOI AUA ATWÄNTSKALENDA“ heißt es seit dem 15. Dezember auf der Facebook-Präsenz zum deutschen Erfolgsfilm „Fack Ju Göhte“. Mehr als 6800 User gefällt die zipfelmützige Ansicht von Zeki Müller und Frau Schnabelstedt. Und einigen gefällt auch ein kleiner, fast unscheinbarer Eintrag der Administratoren. „Wir wollen FACK JU GÖHTE TEIL 2“ schreibt ein User als allerersten Beitrag unter das freche Weihnachtsfoto. Reagiert wird darauf (fast) prompt: „gute idee!“ ist gleich als erste Reaktion auf den Wunsch des Fans zu lesen. Können die Fans also hoffen?

Neuerliche Dreharbeiten mit gleichem Team

Die Zeichen stehen in der Tat auf Fortsetzung. Im März soll die Vermarktung der DVD folgen und ProSiebenSat.1 habe sich bereits die Fernsehrechte gesichert, berichtet das Hamburger Abendblatt. Im Herbst soll dann auch Teil 2 gedreht werden, will das Blatt im Gespräch mit Filmproduzent Martin Moszkowicz, Vorstand des Bereiches Film & Fernsehen der Constantin Film AG, erfahren haben. Das Team soll das Gleiche sein, wie im aktuellen Kinofilm.

Dass der Siegeszug von „Fack Ju Göhte“ weitergehen muss, scheint unausweichlich: Die Euphorie vieler Kinogänger ist derzeit nicht zu bremsen. Mehr als vier Millionen Zuschauer haben das Werk des deutschen Regisseurs, dessen Vater türkischer Herkunft ist, mittlerweile angesehen. Auch auf Facebook ist der Jubel entsprechend groß. „bester film für immer und ewig“, „Geiler Film haben wir uns heute auch im Kino an gesehen. Solch coolen Lehrer hätte ich mir auch gewünscht“ oder „Ich will Teil 2 von FACK JU GÖHTE !!!“ zeugen davon, dass Bora Dagtekin offenbar erneut voll ins Schwarze getroffen hat.

„Fack ju Göhte“ sahnt bereits ab

Überforderte Lehrer, gestörte Schüler und Kino-Pädagogik der besonders unkonventionellen Art: Die Fachwelt scheint davon ebenfalls begeistert. Eine Nominierung für den Besten Film National des Jupiter Preises 2014 konnte das Team bereits absahnen, ebenso eine Nominierung für den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreis 2014. Mit seinem Debüt „Türkisch für Anfänger“ rund um Elyas M’Barek und Josefine Preuß gelang dem Autor und Regisseur das übrigens bereits im Jahr 2012 (mehr hier). Für den grandiosen Kinostart winkt überdies die „Goldene Leinwand“.

Warum das Konzept der Macher so gut ankommt und mittlerweile die mit Abstand erfolgreichste deutsche Kinoproduktion des Jahres 2013 ist, liegt auf der Hand. Klein-Ganove und Aushilfslehrer Zeki Müller ist eben nicht nur ein charmanter Vollproll mit Paintball-Pistole und mehr als nur markigen Sprüchen, der eigentlich unhaltbare pädagogische Geschütze auffährt. Er ist eine Figur, die sich auf Augenhöhe mit seinen Problemkids aus der 10b bewegt. Herrlich politisch unkorrekt und damit völligst in gewohnter Dagtekinscher Manier schimpft er sich in die Herzen der Teenager. „Heul leiser“ oder „Kanack‘ mich nicht an“ haben nicht nur das Potential, geflügelte Worte zu werden. Sie werden auch sofort und ohne Umschweife verstanden.

Verbale Sensibilität ist in diesem Streifen nicht gefragt. Und das ist auch gut so. Hier geht es cool, bunt und vor allem krass zu. Ganz ungeniert können hier Bildungsbürgertum auf Hartz-IV-Realität treffen und Shakespeares „Romeo und Julia“ in ein Gewand gepackt werden, das bei den Jugendlichen besser ankommt, als der steinalte Klassiker in der so befremdlich wirkenden Sprache. Hier geht es um Charaktere zum Anfassen. Um eine „Kulturnation auf Migrationshintergrund. Ein Patchwork-Land, in dem zusammen wächst, wer zusammen schwört.“

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