Wissenschaftliche Partnerschaften: 2014 startet das deutsch-türkische Jahr der Forschung

Das Jahr 2014 steht ganz im Zeichen der deutsch-türkischen Kooperation in Sachen Forschung, Bildung und Innovation. Der Fokus soll dann gezielt auf den Nachwuchs in beiden Ländern gerichtet werden. Bereits seit 30 Jahren gibt es enge wissenschaftilche Beziehungen. Das Jubiläums-Programm werden die Bildungsminister aus Deutschland und der Türkei am 23. Januar bekannt geben.

Bereits zum siebten Mal geht das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Partnerschaft mit einem Land für das internationale Wissenschaftsjahr ein. Für 2014 wurde nach Südafrika, Russland, Brasilien und China die Türkei auserkoren. Und das nicht ohne Grund. Bereits seit drei Dekaden pflegen beide Staaten enge Kontakte. Gerade die Türkei steckt derzeit vermehrt Geld in Forschung und Entwicklung. Für sie gilt es, langfristige wirtschaftliche Ziele zu sichern. Davon will offenbar auch die Bundesrepublik profitieren.

„Aufgrund der stark wachsenden Wirtschaft und der Erfolge in Wissenschaft und Forschung ist die Türkei zu einem interessanten und bedeutsamen Partner für deutsche und europäische Wissenschaftler geworden“, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Deutsch-Türkischen Jahr der Forschung, Bildung und Innovation. 2014 würden die deutsch-türkischen Wissenschaftsbeziehungen nun ihr 30-jähriges Jubiläum feiern. Nicht zuletzt wegen der großen Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln sowie der Integrationspolitik der Europäischen Union hätten Deutschland und die Türkei eine besondere Beziehung und ein hohes Kooperationspotenzial.

Vereinbart wurde das deutsch-türkische Jahr von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und ihrem türkischen Amtskollegen, dem Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, Nihat Ergün. Obschon das offizielle Programm erst Ende Januar 2014 vorgestellt wird, ist die Zielsetzung bereits klar: Den bilateralen Aktivitäten zwischen Deutschland und der Türkei sollen eine „noch höhere Sichtbarkeit“ verliehen werden. Gleichzeitig soll es wichtige Impulse für eine nachhaltige Weiterentwicklung geben.

Schwerpunkt: Wissenschaftlicher Nachwuchs

Angesprochen werden sollen unter anderem Entscheidungsträger in Politik, Forschungseinrichtungen, Förder- und Mittlerorganisationen, forschungsstarke Unternehmen, Bildungseinrichtungen und -anbieter, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Auszubildende sowie Interessensgruppen, Medien und letztlich natürlich auch die interessierte Öffentlichkeit. Den Schwerpunkt wollen beide Staaten auf die Jugend legen: „Besonders gefördert werden soll die Zusammenarbeit des Nachwuchses in Wissenschaft und Forschung beider Länder.“ Auf diese Weise sollen auch Partnerschaften zwischen deutschen und türkischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Bildungsanbietern entstehen und das Innovationspotenzial deutsch-türkischer Kooperationen stärker genutzt werden.

Die Schwerpunkte des Jahres liegen in drei Bereichen. Zum einen die so genannten Schlüsseltechnologien, wie etwa Produktionstechnologien, Nanotechnologie, Chemische und Physikalische Technologien, Mobilität, Transport, Logistik und Gesundheitsforschung. Daneben geht es auch um den Globalen Wandel, insbesondere um Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Nahrung und Landwirtschaft. Die Sozial- und Geisteswissenschaften kommen jedoch nicht zu kurz. Hier stehen Demografie, Brain Circulation, Diversität und Migration im Zentrum des Interesses.

Türkei investiert massiv in die Wissenschaften

Bis zum Jahr 2023 will die türkische Regierung insgesamt gut 60 Milliarden Dollar in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren. Das gab der türkische Technologieminister Nihat Ergün bereits Ende November dieses Jahres bekannt. Obschon sich die Türkei in Anbetracht der globalen Finanzkrise in Geldangelegenheiten derzeit eher konservativ verhält, sollen die Mittelzuweisungen hier nicht reduziert werden, so Ergün. Angesichts der jüngsten wirtschaftlichen Bewegungen, die die ganze Welt erfasst hätten, sei die Entwicklung einer „Informationswirtschaft“ wohl die beste und langfristigste Lösung. Nur wenn es gelänge, eine innovationsbasierte Produktion mit Mehrwert zu schaffen, könne der Konjunkturflaute entgegengesteuert werden, die aus den momentanen Produktions- und Konsumgewohnheiten resultiere (mehr hier).

Gas geben will die Türkei nicht ohne Grund. Bis zum 100-jährigen Jubiläum der Republik sollen die Exporte die 500-Milliarden-Dollar-Marke erreichen. Das Land soll zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehören.

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