Schockierende Ansage: Russischer Schauspieler will Homosexuelle am liebsten brennen sehen

Der russische Schauspieler und Oppositionspolitiker Iwan Iwanowitsch Ochlobystin hat sich während einer Rede in Nowosibirsk als extrem homophob geoutet. Er erklärte den Anwesenden unumwunden, dass er Homosexuelle am liebsten lebendig verbrennen würde. Ochlobystin ist für seine bis ins Bedenkliche gehenden Ansichten bekannt. Seine politischen Ambitionen reichten einst bis zum Präsidentenamt.

Vor zwei Jahren wollte der Schauspieler Iwan Iwanowitsch Ochlobystin das Präsidentenamt erklimmen und für die Wahlen 2012 kandidieren. Jetzt sorgt der 47-Jährige erneut für Aufsehen. In Sibirien erklärte er, dass er alle Homosexuelle „in einen Ofen“ stecken möchte. Das Land steht wegen seiner umstrittenen Anti-Schwulen-Gesetzgebung ohnehin in der internationalen Kritik.

Der beurlaubte Priester Iwan Iwanowitsch Ochlobystin erklärte seinem Publikum, dass alle Homosexuellen lebendig verbrannt werden sollten. Darüber hinaus soll der sechsfache Vater Homosexualität mit dem Faschismus verglichen haben.

Ochlobystin stachelt zum Hass auf

„Ich würde alle Homosexuelle lebendig in einem Ofen stecken. Das ist Sodom und Gomorrha! Als religiöser Mensch kann ich demgegenüber nicht gleichgültig sein, weil sie eine echte Bedrohung für meine Kinder ist“, zitiert ihn The Guardian. Später bestätigte der bekennende Anhänger der Monarchie seine Aussagen via Twitter. Die Bedeutung sei korrekt wiedergegeben worden. Jeder habe das Recht, seine Meinung frei zu äußern.

Von russischen Homosexuellen-Vereinigungen wurden seine Kommentare mit Empörung zur Kenntnis genommen. So erklärte etwa der in Moskau lebende Aktivist Nikolai Alexejew gegenüber Radio RSN, dass Okhlobystin Bemerkungen zur Aufstachelung zum Hass gegenüber Homosexuellen beitragen würden. So jemand hätte in einem zivilisierten Land nichts verloren. Die einzige bekannte Person, die sich derart in der Öffentlichkeit äußert, sei er in jüngster Zeit allerdings nicht gewesen.

Bekannt wurde Ochlobystin in Russland als Hauptdarsteller der beliebten Comedy-Serie „Interny“, einer russischen Variante der US-amerikanischen Kultserie „Dr. House“. Bereits in der Vergangenheit fiel er durch Aussagen wie etwa folgende auf: „Russland ist dazu geboren, Kriege zu führen.“ Man werde eine neue Gesellschaft schaffen, eine große Familie und am Ende ein Imperium, so Ochlobystin in einem Interview mit der Moscow Times.

Anti-Schwulen-Gesetz verschärft die Situation

Noch immer ist Homophobie in Russland weit verbreitet. Homosexualität als Straftatbestand gibt es erst seit 1993 nicht mehr und erst seit 1999 gilt sie nicht mehr als psychische Störung. Und die Ablehnung steigt weiter. Wie das Meinungsforschungsinstitut Lewada in einer Umfrage herausgefunden hat, sollen sich 43 Prozent der Befragten entweder für eine Zwangsheilung, eine Isolierung oder sogar Liquidierung ausgesprochen haben. Schauriger Gipfel des Schwulenhasses im Jahr 2013: Im vergangenen Mai wurde ein junger Mann nach seinem Outing in Wolgograd zu Tode gequält (mehr hier).

Im Juni folgte dann der nächste Schlag gegen die gleichgeschlechtliche Liebe, als das russische Parlament das umstrittene Anti-Schwulen-Gesetz verabschiedet hatte. Dieses fällt vor allem durch seine äußerst vage gehaltenen Formulierungen auf. Selbst das Zeigen einer Regenbogenflagge oder Hand in Hand durch die Straßen zu laufen, wird geahndet. Das Auswärtige Amt warnt vor möglichen Folgen bei Reisen nach Russland. Durch das Gesetz, so heißt es dort, drohen auch Ausländern bei Weitergabe von Informationen, öffentlicher Demonstration und Unterstützung von Homosexualität Geldstrafen in Höhe von bis zu 100.000 Rubel (rund 2.300 Euro), bis zu 15 Tage Haft und die Ausweisung aus der Russischen Föderation (mehr hier).

Bereits im Sommer kritisierte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle das neue Gesetz gegen „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen” scharf. Die bewusste Stigmatisierung und Strafandrohung gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen dürfe in einer modernen und dem Anspruch nach demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben. In die gleiche Richtung äußerte sich auch der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte, Markus Löning. Er sei „zutiefst betroffen“, durch das neue Gesetz würden „Homosexuelle noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt und die Presse- und Meinungsfreiheit noch weiter eingeschränkt“, so Löning in Berlin. Es sei aber die „Aufgabe der Regierung, gegen homophobe Stimmungen in der russischen Gesellschaft vorzugehen“. Die bewusste „Diskriminierung und Stigmatisierung von Schwulen und Lesben hat in einer modernen Gesellschaft keinen Platz“, sagte Löning weiter. Doch diese ist noch immer in alten Denkmustern gefangen (mehr hier).

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