Schafft eine gemeinsame Pipeline Frieden zwischen Türkei und Zypern?

Nach einer Vision des sozialdemokratischen Parlamentsabgeordneten Aykan Demir könnte eine Pipeline die Türkei mit den westlichen Ägäis-Staaten versöhnen. Diese könnte die Türkei, Griechenland und Zypern mit israelischem Gas versorgen. Die Pipeline würde die Annäherung der Türkei an die westlichen Staaten beschleunigen. Doch wie so oft steht die Zypern-Frage im Weg.

Der Parlaments-Abgeordnete Aykan Demir von der Türkischen Republikanischen Volkspartei (CHP) sieht in einer Pipeline-Verbindung zwischen Israel, der Türkei, Griechenland und Zypern die Lösung für viele Probleme dieser Länder. Die Intensivierung des Energiehandels könnte am Anfang eines großen Annäherungsprozesses zwischen den EU-Ländern der Ägäis, Israel und der Türkei stehen.

„Meine Argumentation gründet nicht auf einem Drang nach Profit oder nach Zugang zu Energieressourcen. Sondern auf einem moralischen Gebot“, zitiert ihn die Jerusalem Post. Die Ägäis-Staaten haben nach Auffassung Demirs ein gemeinsames energiepolitisches Interesse. Israel und Zypern als Anbieter, die Türkei als Abnehmer.

Der ehemalige Soziologie-Professor räumt ein, dass seine Vision sehr idealistisch sei, aber er gibt sich überzeugt, dass eine von den Mittelmeerstaaten gemeinsam genutzte Pipeline „unausweichlich“ sei. „Die meisten solcher Projekte der Weltgeschichte sind von visionären Staatsmännern trotz geringer Erfolgsaussichten vorangetrieben worden“, so Demir.

Das große Hindernis für dieses Projekt ist das Problem der Türkei mit Zypern (mehr hier). Die Türkische Regierung erkennt die volle Souveränität der Republik Zypern über die gesamte Insel nicht an. Aus diesem Grund müssten alle beteiligten Staaten „die Zypern-Frage offensiv angehen“, so Demir. Dazu müsste die alte Frage geklärt werden, ob Zypern die volle Hoheit über das Eiland erhält oder ob die sogenannte Türkische Republik Nordzyperns einen berechtigten Anspruch auf das von ihr besetzte Gebiet habe.

„Alle Seiten müssen offen sein für einen Kompromiss, sodass die Pipeline sich als Straße zur Lösung des Zypern-Problems erweisen könnte. Dies könnte im Gegenzug den türkischen EU-Beitritt erleichtern“, sagt Demir.

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