Korruptionsskandal: Festnahmewelle erschüttert türkische Märkte

Die türkische Börse ist nach den Festnahmen prominenter Vertreter aus Politik und Wirtschaft eingebrochen. Auch die Lira verliert an Wert. Inzwischen nimmt die türkische Polizei weitere Geschäftsleute fest.

Märkte und Lira reagieren empfindlich auf die Razzienwelle des vergangenen Dienstags. Am Mittwoch gab der türkische Aktienmarkt um acht Prozent nach. Dies rührt im Wesentlichen von dem Absturz der staatlichen Halk Bankasi AS von 15 Prozent. Zuvor war der Unternehmensführer der Bank, Suleyman Aslan, verhaftet worden.

Vergangenen Mittwoch hat sich der Rückgang mit 2,9 Prozent verlangsamt. Auch die Lira verlor gegenüber dem Euro 0,41 Prozent an Wert.

In der Zwischenzeit berichtet Zaman von der Festnahme Ali Agaoglus, dem Vorsitzenden einer der größten türkischen Bauunternehmen, der Agaoglu-Gruppe. Daneben sollen auch der Generaldirektor von Emlak Konut, Murat Kurum, von der Polizei verhört werden.

Die Entlassung von fünf leitenden Beamten der Polizei Istanbul, die diesen Fall bearbeiteten, führte zu Spekulationen über den Verlauf der Ermittlungen.

Langer Ermittlungsprozess schürt Unsicherheit

Marktbeobachter befürchten eine Ausweitung der Ermittlungen auf weitere Bauunternehmen. Dies hätte negative Auswirkungen auf das Vertrauen der Investoren. Die Baubranche stellt eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Türkei dar. Für ihn bedeutet der Skandal eine zusätzliche Belastung unter der ohnehin schon angespannten Lage auf dem türkischen Binnenmarkt (mehr hier).

Insgesamt werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Istanbul drei voneinander unabhängige Untersuchungen geführt. Dies lässt einen langen Ermittlungsprozess erwarten. Somit wird die Unsicherheit der Investoren anhalten.

Der Festnahme-Skandal ist das vierte Beispiel in einer Reihe von Bedrohungen für die türkische Wirtschaft. Dazu gehören eine mögliche Kehrtwende der amerikanischen Notenbank Fed, das türkische Super-Wahljahr 2014 sowie die internen Spannungen innerhalb der Regierungskoalitionen (mehr hier und hier).

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