Mord an britischem Soldaten Lee Rigby: Angeklagte müssen lebenslang ins Gefängnis

Es war ein Mord auf offener Straße, der nicht nur ganz Großbritannien aufschreckte. Jetzt wurden die beiden Angeklagten Männer des Mordes an dem britischen Soldaten Lee Rigby für schuldig befunden. Die Angeklagten hatten sich als „Soldaten Allahs“ bezeichnet Eine organisatorische Verbindung zu Al-Quaida bestehe nicht. Im Zuge der Verhandlungen wurde deutlich, dass der schlimmste Alptraum westlicher Demokratien wahr geworden ist: eine Attacke „einsamer Wölfe“ ohne Unterstützung von Terror-Gruppen.

Weniger als zwei Stunden benötigte die Londoner Jury, um Michael Olumide Adebolajo (29) und Michael Oluwatobi Adebowale (22) zu lebenslanger Gefängnisstrafe zu verurteilen. Die beiden Briten nigerianischer Herkunft wurden schuldig gesprochen, am 22. Mai den britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße mit dem Auto angefahren, mit einem Hackebeil traktiert und beinahe enthauptet zu haben. Die beiden Männer hatten auf nicht schuldig plädiert.

Die Tat gilt nach Angaben der Los Angeles Times als erster islamischer Terroranschlag auf britischem Boden seit den Bombenanschlägen 2005. Die beiden Mörder ließen sich bei der Tat bereitwillig von schockierten Passanten filmen. Die Täter erklärten den Umstehenden verständnisvoll und ruhig, sie schwörten „beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, euch zu bekämpfen, bis ihr uns in Ruhe lasst.“ Er spielte damit auf das militärische Engagement Großbritanniens in Afghanistan an.

Einer der beiden Täter bezeichnete Al-Quaida zwar als „meine Brüder“, eine Verbindung zu einer internationalen Terrororganisation konnten jedoch weder Gericht noch Geheimdienste nachweisen.

Damit bildet das Duo ein Beispiel sowohl für „homegrown terrorism“ (Terroristen ohne Migrationserfahrung) als auch für den „lonely-wolf“-Terrorismus (terroristische Aktivität ohne Unterstützung eines bedeutenden internationalen Terrornetzwerkes). Diese beiden Formen sind gefürchtet, da sie schwer zu verhindern sind. Dies verbindet sie mit den Zarnajew-Brüdern, die für die Anschläge in Boston im Frühling dieses Jahres verantwortlich sind (mehr hier).

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