Kehrtwende: Holt Turkish Airlines gefeuerte Mitarbeiter zurück?

Der Chef der türkischen Luftfahrt-Gewerkschaft hat angekündigt, eine Vereinbarung mit Turkish Airlines (THY) über die Zukunft von mehr als 300 entlassene Mitarbeiter getroffen zu haben. Diese soll die Rückkehr der 2012 gekündigten Angestellten vorsehen. Die Fluggesellschaft hatte das bisher ausgeschlossen.

Ali Kemal Tatlıbal, Chef türkischen Luftverkehrsgewerkschaft Hava-İş, hat offenbar einen Deal mit der türkischn Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) erreichen können. Seine Gewerkschaft hatte am 15. Mai dieses Jahres zum Streik aufgerufen. Darauf hin wurden mehr als 300 Mitarbeiter entlassen. Jetzt könnte ihnen die Rückkehr offenstehen.

„Die Unterschriften sind gemacht. Alles wird gut für uns. Wir werden alle wieder einstellen“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Tatlıbal. Konkret geht es in diesem Fall um die Zukunft von 305 ehemaligen Mitarbeitern. Sie waren entlassen worden, als sie gegen ein geplantes Anti-Streik-Gesetz protestierten. Turkish Airlines hatte damals die Forderungen der Gewerkschaft abgelehnt.

Noch keine Details bekannt

Kommt es tatsächlich zur Wiedereinstellung der Leute, wäre das für Tatlıbal ein denkbar glücklicher Start. Erst vor zehn Tagen wurde er zum neuen Vorsitzenden der Gewerkschaft gewählt. Am Abend des 19. Dezembers soll er sich nun mit THY-Chef Hamdi Topçu getroffen haben. Nach dem Treffen wurde bekannt gegeben, dass eine Einigung erzielt wurde. Details würden später bekannt gegeben, hieß es.

Noch im vergangenen Juni zeigte sich die Fluggesellschaft unnachgiebig. „[Die Entlassungen] waren die schwerste Entscheidung meines Lebens”, so Turkish Airlines Vorsitzender Hamdi Topçu während eines Treffens mit Wirtschaftsjournalisten. „Aber ich musste mich an die Regeln halten. Die Verordnung [in Bezug auf Entlassungen] ist nach wie vor in Kraft. Aber ich habe dem Präsident der Gewerkschaft [Hava-İş] versprochen, darüber noch einmal mit der Geschäftsführung zu sprechen”, so Topçu damals (mehr hier).

Streik brachte zwei Millionen Dollar Verlust ein

Mitglieder der Gewerkschaft Hava-İş traten am 29. Mai in den Streik. Im Zuge dessen kam es, so Topçu weiter, zur Streichung von 223 Flügen und einem Verlust von rund zwei Millionen US-Dollar. Auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul brach Chaos aus (mehr hier).

Das Gesetz, das künftig Streiks und Lockouts in der Luftfahrtindustrie verbietet, trat in Kraft, nachdem es nach der Zustimmung durch Präsident Abdullah Gül am 3. Juni im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Das Parlament verabschiedete den Entwurf am 31. Mai (mehr hier). Das neue Gesetz steht im Kontext eines seit Monaten andauernden Tarifsstreits, der schließlich vor der höchsten Schiedstelle gelandet war.

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