Endlich frei: Pussy Riot-Mitglied Maria Alyokhina aus dem Gefängnis entlassen

Fans und Angehörige der russischen Protestpunk-Band Pussy Riot können jetzt ein erstes Mal aufatmen: Wenige Tage nach der Ankündigung Präsident Wladimir Putins, ist Maria Alyokhina auf freiem Fuß. Die 25-Jährige war 2012 zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Gegen sechs Uhr (MESZ) verließ sie an diesem Montagmorgen das Gefängnis in Nischni Nowgorod. Wenige Stunden später dann ein zweites Aufatmen: Auch Tolokonnikowa ist auf freiem Fuß.

Das russische Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina ist an diesem Montagmorgen vorzeitig aus dem Straflager entlassen worden. Eigentlich sollte die Feministin noch bis März 2014 gemeinsam mit Nadezhda Tolokonnikova wegen ihrer Kritik am Kreml einsitzen. In der vergangenen Woche dann Putins Kehrtwende. Im Rahmen seiner Jahres-Pressekonferenz erklärte er, dass die Frauen im Zuge einer Massenamnestie auf freien Fuß kämen.

Ein Punk-Gebet in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, mit dem sie Putin und seine Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche kritisierten, hatte die beiden Aktivistinnen Maria Aljochina und Nadezhda Tolokonnikova im August 2012 hinter Gitter gebracht. Jetzt ist der Alptraum zumindest für die 25-jährige Maria vorbei. Sie ist seit den frühen Montagmorgenstunden frei und soll mittlerweile via Zug unterwegs nach Moskau sein. Auch die Entlassung der 24-jährigen Nadezhda soll kurz bevor stehen. Wie die Time berichtet, soll auch sie noch in dieser Woche das Gefängnis verlassen können. Die junge Frau ist seit November in Sibirien inhaftiert. Bewahrheitet hat sich diese Prognose nun schneller als vielleicht erwartet. Nur wenige Stunden nach Marias Entlassung twitterte der Ehemann der Sängerin Tolokonnikowa, dass auch seine Frau in Freiheit wäre.

Maria Aljochina: Das war kein Gnadenakt Putins

Das harte Urteil gegen die beiden Frauen wegen vermeintlichem „Rowdytums“ stieß im vergangenen Jahr auf harsche internationale Kritik. Vielfach wurde es als weiterer Versuch Putins gewertet, seine Gegner zum Schweigen zu bringen. Doch wie es scheint, ist der Wille von Maria Aljochina ungebrochen. Ihre Entlassung soll sie im russischen TV als PR-Aktion bezeichnet haben. An eine humanitäre Geste des Präsidenten glaube sie jedenfalls nicht. Auch ihr Vater Andrei Tolokonnikova bezeichnete das Ganze als „zynisches Spiel“ Putins, der die internationale Gemeinschaft so kurz vor den Winterspielen im kommenden Februar zu besänftigen suche.

Am vergangenen Mittwoch gab die russische Duma grünes Licht für eine Massenamnestie zum 20-jährigen Bestehen der russischen Verfassung. Von ihr könnten nun gut 25.000 russische Gefangene profitieren. Binnen sechs Monaten müssen die Behörden diese nun umsetzen. Am Freitag kam bereits Putins Erzfeind  Michail Chodorkowski frei (mehr hier).

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