20.000 Menschen: Toronto erwartet größte Versammlung westlicher Muslime

Bereits an diesem Freitag lädt der jährlich stattfindende Kongress Reviving the Islamic Spirit (RIS) ins kanadische Toronto ein. Die Veranstaltung will zu einem besseren Verständnis des Islams und der Muslime in Nordamerika beitragen. Erwartet werden rund 20.000 Gäste, darunter zahlreiche bekannte Sprecher, Vordenker und Theologen.

Der Kongress Reviving the Islamic Spirit (RIS) gilt als einer der größten Veranstaltungen dieser Art weltweit. Besucht wird die Veranstaltung vor allem von Muslimen aus Nordamerika. Es finden sich jedoch auch internationale Gäste. Alle Vorträge werden auf Englisch gehalten.

Im Programm finden sich nicht nur muslimische Sprecher, die sich zum Thema Spiritualität äußern. Teil der Zusammenkunft sind auch nicht-muslimische Gastredner, die etwa zu politischem und bürgerlichem Engagement referieren. In diesem Jahr stehen unter anderem Dr. Seyyed Hossein Nasr, Habib Ali Al-Jifri, Ambassador Shabazz, Professor Tariq Ramadan, Shaykh Hamza Yusuf, Sr. Dalia Mogahed, Imam Zaid Shakir, Imam Suhaib Webb, Ustadh Nouman Ali Khan und Dr. Yasmin Mogahed auf der Referentenliste. Unterhalten werden die Gäste überdies durch die malaysische Gruppe „Raihan“ sowie den muslimischen Comedia Maz Jobrani. Das berichtet die Nachrichtenseite Worldbulletin.

Die kanadische Gemeinschaft besteht derzeit aus etwa einer Million Muslimen. Damit stellen sie rund 3,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Islam ist außerdem die am schnellsten wachsende Religion in ganz Kanada. Allein in den Jahren 2001 bis 2011 hat sich die Anzahl der Anhänger verdoppelt. Es wird erwartet, dass sich ihr Anteil bis zum Jahr 2030 auf 6,6 Prozent erhöhen wird. In Toronto selbst befindet sich schon jetzt die größte Ansammlung muslimischer Mitbürger in ganz Kanada.

RIS will Extremismus entgegentreten

Die Intention der Veranstaltung beschreibt RIS-Sprecherin Farhia Ahmed bereits 2012 wie folgt: „Bei dieser Konferenz ging es immer um das Zusammenbringen und das Hände reichen von Wissenschaftlern, Journalisten, Akademikern, Vertretern anderer Glaubensrichtungen und Künstlern, um Frieden und Toleranz zu verbreiten.“ Die Veranstaltung soll helfen, ein besseres Verständnis des Islams und der Muslime in Nordamerika zu erreichen: „Die Botschaft der RIS-Konferenz ist es, dem Extremismus etwas entgegen zu setzen, indem man für ein besseres Verständnis der islamischen Tradition im modernen Kontext sorgt.“ Das wiederum helfe auch der zweiten und dritten Generation Muslime sinnvolle Beiträge als Bürger zu leisten, während sie gleichzeitig ein frommes Leben führten.

In diesem Jahr findet die RIS-Konferenz vom 27. bis 29. Dezember im Metro Toronto Convention Centre statt. Sie selbst versteht sich als ein Versuch der Jugend, neue Herausforderungen der Kommunikation und Integration zu überwinden. Ziel sei es, stärkere Bindungen innerhalb der nordamerikanischen Gesellschaft zu erreichen. Dabei helfen soll eine Wiederbelebung der islamischen Tradition der Bildung, Toleranz und Selbstbeobachtung. Gleichzeitig sollen kulturelle Grenzen durch Gemeinschaft und Respekt überwunden werden. Hinter der Veranstaltung stehe keine Organisation. Es bestehe keine Verbindung zu irgendeinem ideologischen Diskurs. Die erste Konferenz fand im Jahr 2003 statt.

Deutsche Veranstaltung nach kanadischem Vorbild

Mittlerweile hat das Event auch einen deutschen Ableger. Seit 2012 findet „Vereint im Islam“ in Hamburg statt. Organisiert wird die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Islamischen Zentrums Al-Nour in Hamburg e.V., in Kooperation mit der SCHURA Hamburg e.V., dem Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BIG) und der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD). Zusammengebracht werden sollen künftig einmal im Jahr alle Muslime unabhängig von Nationalität, Denkweise, Rechtsschule oder sozialen Unterschieden. Geboten wurden im März 2013 insgesamt 21 Referenten in 38 Vorträgen und Workshops über zwei Tage.

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