Weltweit größte Volkswirtschaften: Türkei klettert bis 2028 auf Rang 12

Die Türkei wird bis zum Jahr 2028 die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Deutschland und Frankreich werden jedoch von Großbritannien überrundet. Zu diesem Ergebnis kommt das in London ansäßige Forschungsinstitut Centre for Economics and Business Research (CEBR).

Die britischen CEBR-Wirtschaftsforscher haben erneut einen Blick in die Zukunft gewagt. In ihrem am 26. Dezember vorgelegten „World Economic League Table for 2013“ gehen sie der Frage nach, wer derzeit die größte Volkswirtschaft darstellt und welche Länder sich auf dem zu- oder abnehmenden Ast befinden. Knapp hinter den Top Ten soll im Jahr 2028 die Türkei liegen.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 3,46 Billionen Dollar wird die Türkei in 15 Jahren bis auf Platz zwölf vorrücken. Bereits zum Ende dieses Jahres schafft sie es dem Bericht zufolge bis auf Rang 17 der weltweit größten Volkswirtschaften. Ihr BIP soll dann bei 822 Milliarden Dollar liegen. Nach Ansicht der CEBR-Fachleute geht es in den darauffolgenden Jahren stetig bergauf. Im Jahr 2018 soll es das Land mit einem BIP von 1,28 Billionen Dollar bereits bis auf Platz 15 geschafft haben. Diese Position verteidigt die Türkei auch im Jubiläumsjahr 2023 mit einem BIP von 2,13 Billionen Dollar.

Türkei: Politische Stabilität als entscheidender Faktor

Dem Optimismus fügen die CEBR-Wirtschaftsforscher jedoch sogleich einen kleinen Dämpfer zu. Denn: „Die türkische Vorhersage hängt von der politischen Stabilität ab. Störungen, wie man sie 2013 erlebt hat, könnten Investoren abschrecken und das Wachstum behindern“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet das CEBR. Derzeit versinkt die Türkei jedoch im Chaos (mehr hier).

„Zuvor hat das CEBR die Türkei im Jahr 2022 auf Rang 16 gesehen. Die Revision dieser Einschätzung mag von der Abschwächung in den Schwellenländern und der schwachen Erholung der Europäischen Union herrühren“, so Sevin Ekinci, Gründer von Ekinci Economics Consulting.

Einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums entgegentreten will derzeit auch Muharrem Yılmaz, Vorsitzender des türkischen Wirtschaftsverbands TÜSIAD. Seiner Ansicht nach funktioniere das allerdings nur, wenn sich die Türkei wieder stärker auf ihren EU-Beitritt konzentriere und erneut entsprechende strukturelle Reformen angehen würde (mehr hier). Für dieses und kommendes Jahr rechnet er mit einem Wirtschaftswachstum um die vier Prozent. Um den Kurs der vergangenen Jahre müsste es das Land aber wieder auf durchschnittlich sechs Prozent bringen.

China wird größte Volkswirtschaft der Welt

Dennoch gibt es für die Briten auch ein Land, das in nicht allzu ferner Zukunft auf die Überholspur abbiegen soll. Bereits 2018 soll Großbritannien Frankreich überrundet haben. 2030 soll die britische Wirtschaft dann an Deutschland vorbeiziehen. Noch schneller würde der Prozess vonstatten gehen, wenn die Insel die EU verlassen würde. Geschuldet sei das vor allem einem schnelleren Bevölkerungswachstum und insgesamt weniger Abhängigkeit von der europäischen Wirtschaft. Doch die Sache hätte auch anders laufen können. Hätte Deutschland die D-Mark als Währung, würde es noch viele Jahre dauern, bis es von Großbritannien überholt würde – wenn überhaupt, heißt es aus London.

Erstmals dehnten die als industrienah geltenden Forscher ihren Prognosezeitraum von zehn auf 15 Jahre aus. Dann, im Jahr 2028, soll China die Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt abgelöst haben. Auf Platz drei folgt mit weitem Abstand Indien. Japan rutscht von Rang drei auf Rang vier, gefolgt von Brasilien. Deutschland findet sich zu diesem Zeitpunkt auf Position sechs wieder.

Hier geht es zur gesamten Auswertung.

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