Endlich zuhause: Türkische Greenpeace-Aktivistin aus Russland zurückgekehrt

Die türkische Greenpeace-Aktivistin Gizem Akhan ist wieder sicher in Istanbul gelandet. Mehr als 100 Tage wurde die junge Frau in Russland festgehalten. Der Türkin und 29 weiteren Crew-Mitgliedern der „Arctic Sunrise“ drohten bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Die türkische Greenpeace-Aktivistin Gizem Akhan ist seit Freitagnacht zurück in der Türkei. Gemeinsam mit 27 weiteren Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern war sie in St. Petersburg inhaftiert worden. Die Truppe hatte Mitte September friedlich gegen russische Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Ihr Schiff wurde von der russischen Küstenwache gestürmt. Alle wurden festgenommen.

Akhan konnte Russland am Freitagabend verlassen. Bereits Ende November kam die junge Frau gegen Kaution frei. Ausreisen konnte sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht (mehr hier). Erst jetzt erhielt sie die entsprechende Ausreisebewilligung.

Am Atatürk Flughafen in Istanbul wurde sie nun von Freunden und der Familie empfangen. Der Presse erklärte sie, sehr froh über ihre Rückkehr zu sein: „Das war der längste Protest meines Lebens“, zitiert das Nachrichtenportal Worldbulletin Akhan. Gleichzeitig stellte sie jedoch heraus, dass Greenpeace seinen Protest gegen „gierige“ Ölkonzerne fortsetzen werde.

Aufatmen heißt es derzeit auch bei Greenpeace: „Als erster der Arctic 30 konnte sich Greenpeace-Aktivist Dima Litvinov aus Schweden am Donnerstagabend auf die Heimreise machen.“ Bis Samstag sollen 25 der 26 nicht-russischen Aktivisten Russland verlassen haben. Nach der Amnestie durch das russische Parlament hätten bis zum Freitag alle nicht-russischen Aktivisten unter den Arctic 30 die zur Ausreise benötigten Stempel in ihren Pässen gehabt.

Die russische Justiz hatte sie zunächst wegen „bandenmäßiger Piraterie“ und schließlich wegen „Rowdytums“ angeklagt. Gegen die Crew wurde eine zweimonatige Untersuchungshaft angeordnet. International sorgte ihr Schicksal für heftige Kritik an Präsident Wladimir Putin. Greenpeace zufolge hätten sich fast drei Millionen Menschen mit Protestmails an russische Botschaften gewandt. Auch Prominente machten sich für ihre Freilassung stark (mehr hier).

Einen Wermutstropfen hat der Fall aber dennoch: „Für die Arktis selbst gibt es keine Amnestie: Mittlerweile hat die Prirazlomnaya die Förderung aufgenommen. Gazprom ist damit der erste Konzern weltweit, der Öl aus arktischen Gewässern fördert.“

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