Leben auf dem Mars: Sechs Türken könnten dabei sein

Es wäre eine Reise ohne Wiederkehr. Dennoch haben sich seit April dieses Jahres rund 200.000 Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Staaten für ein Leben auf dem Mars beworben. Unter ihnen auch elf Türken. Für sechs von ihnen rückt der Traum nun näher. Sie schafften es in die engere Auswahl.

Bisher ist der Rote Planet schier unerreichbar. Mit dem Besiedlungsprojekt namens MarsOne soll sich das ändern. Rund 55,76 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, sollen in nicht allzu ferner Zukunft Menschen dauerhaft leben. Nach einer neunmonatigen Bewerbungssphase wurden am Montag in einer ersten Auswahlrunde nun 1.058 Personen für einen engeren Kandidatenpool auserkoren. Unter ihnen befinden sich auch sechs Türken.

Das Sextett konkurriert mit Abenteurern aus insgesamt 107 Nationen. Sie alle wollen einen Platz in den Sechser-Teams der insgesamt vier Missionen gen Mars ergattern (mehr hier). Vier der sechs türkischen Anwärter sind übrigens Frauen. Unter ihnen befindet sich die erst 18-jährige Ece Kabadayı. Ebenfalls im Pool ist die 43-jährige Yasemin Higgins. Die Wissenschaftlerin, die an der renommierten Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf studierte, stammt aus Kars. Dass bei dieser Mission keine Option auf Rückkehr besteht, ist für sie kein Problem. „Obwohl die Erde meine Heimat ist, kann ich mich schnell anpassen, wohin auch immer ich gehe“, zitiert sie die türkische Zeitung Hürriyet.

Bei der Mars-Mission geht es allerdings um mehr als nur um eine Änderung des bisherigen Lebensstils. Hier geht es um Anpassung im größten Stil. Die Siedler müssen ihre eigene Nahrung, Wasser und Sauerstoff produzieren und schließlich sogar eine Atmosphäre. Genau aus diesem Grund müssen die Teilnehmer über eine gründliche Ausbildung und wissenschaftlichen Kenntnisse verfügen. Zudem sind eingehende Fertigkeiten in der Anwendung von technischen Ausstattungen unabdingbar.

Erste Siedler sollen 2025 auf dem Mars landen

Der Großteil der 1.058 Auserwählten kommt aus Amerika (458), gefolgt von Europa (282), Asien (218), Afrika (54) und Ozeanien (46). 357 Personen sind unter 25 Jahre alt, 415 sind zwischen 26 und 35, 177 zwischen 36 und 45, 83 zwischen 46 und 55 Jahre alt und 26 Personen sind über 56 Jahre alt. Der älteste Kandidat in Runde zwei ist 81 Jahre. Das Geschlechterverhältnis schlägt leicht zugunsten der Männer aus. Auf 586 männliche kommen 472 weibliche Kandidaten, berichtet futurezone. Die ersten Siedler sollen 2025 auf dem Mars landen. Fortan sollen sie alle zwei Jahre bis 2035 Verstärkung erhalten.

Für die nächsten Selektionsphasen 2014 und 2015 sind rigorose Simulationen vorgesehen. Vor allem geht es dann um Teamsituationen. Der Fokus wird auf dem Austesten von physischen und emotionalen Fähigkeiten liegen.

Erst vor kurzem machte das Projekt mit der Ankündigung, Lockheed Martin und Surrey Satellite Technology (SSTL) als Partner gewonnen zu haben, einen großen Schritt in Richtung tatsächlicher Realisierung.

24 Kandidaten werden am Ende ausgewählt

Am Ende des zweijährigen Bewerbungsprozesses wird MarsOne, übrigens eine private Stiftung unter niederländischem Recht, aus allen Kandidaten lediglich 24 auswählen. Das Projekt steht unter der Ägide des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp und soll nach eigenen Angaben als größtes Medienereignis der Weltgeschichte per Reality TV Show (bzw. Mission TV) vermarktet und finanziert werden. Bis zur ersten bemannten Landung, so eine Schätzung, werden gut sechs Milliarden US-Dollar nötig sein. Auf dem Papier steht der Ablauf schon jetzt felsenfest. Unterstützt wird Landsdorp vom Physiker und Nobelpreisträger Gerard ‘t Hooft. Wie es ist, überhaupt zum Mars zu fliegen, das erlebten sechs Männer bereits in einer 520-Tage-Mission (mehr hier).

Der ehemalige Astronaut Thomas Reiter sieht das Projekt übrigens skeptisch. Der Leiter der Direktion für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb der europäischen Raumfahrtagentur Esa stellte sich bereits 2012 gegen solche Kamikaze-Flüge ohne Wiederkehr. „Auch heute gibt es leidenschaftliche Forscher, die ohne Rückflugmöglichkeit zum Mars fliegen würden, um eine Kolonie zu gründen“, zitiert ihn der Focus. Zunächst gehe es aber um die Erkundung, und Mars-Astronauten sollten ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit den Menschen auf der Erde teilen können. Aus ethischen Gründen stehe es deshalb für ihn außer Frage, alles dafür zu tun, dass sie heimkehren könnten.

Mehr zum Thema:

Leben auf dem Mars: Auch elf Türken wollen mit dabei sein
Neil Armstrong enthüllt: Apollo 11 Mission hatte nur eine 50 % Chance!
520 Tage Marsexperiment: Männer kehren aus Isolation zurück

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.