Marihuana-Legalisierung: Jetzt strömen die Käufer nach Colorado

Mit Beginn dieses Jahres ist der Kauf von Marihuana im US-Bundesstaat Colorado legal. Es ist der erste US-Staat, der den Verkauf jetzt auch zu nicht-medizinischen Zwecken freigegeben hat. Konsumenten feierten entsprechend. Vor den Läden bildeten sich lange Schlangen.

Seit 1. Januar 2014 dürfen US-Bürger über 21 Jahre im US-Westküstenstaat Colorado Marihuana legal kaufen und konsumieren. Jahrelang hatten sich Fürsprecher dafür eingesetzt. Pünktlich um 8 Uhr am Neujahrstag öffneten schließlich die ersten Geschäfte mit Lizenz zum Marihuana-Verkauf ihre Pforten. Vielerorts wurden Pott-Partys gefeiert.

Erlaubt ist den Bewohnern Colorados ab sofort der Kauf von 28 Gramm der Droge. Kunden aus anderen Bundesstaaten ist ein Viertel gestattet. Insgesamt 348 Lizenzen zum Verkauf wurden ausgegeben. Cannabis darf allerdings nicht in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Der Transport über die Bundesländergrenze hinweg ist auch verboten. Dadurch soll dem Drogentourismus Einhalt geboten werden.

Befürworter feiern die Legalisierung als einen historischen Moment. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um einen „Wendepunkt im Drogenkrieg“ und „Anfang des Friedens“.  Sie verweisen auf die Erfahrungen der 1930er Jahre in Zeiten der Prohibition. Verbote führen ihrer Ansicht nach zu weitaus schlimmeren Konsequenzen.

Colorado ist derzeit der erste Staat weltweit, der den Verkauf zulässt. Zwar legalisierte Uruguay schon im Dezember als weltweit erster Staat den Anbau und Verkauf von Marihuana. Doch die Gesetze treten dort erst im kommenden April in Kraft. Auch in Washington arbeiten die Behörden an der Sache. Sowohl in Colorado als auch dort war bereits im November 2012 per Volksabstimmung die Legalisierung des privaten Konsums von Cannabis beschlossen worden.

Dem Vorbild Colorados könnten neben Washington noch weitere Bundesstaaten folgen. Dem Guardian zufolge, haben die Cannabis-Aktivisten nun Alaska, Arizona, Kalifornien, Nevada und Maine im Visier.

Ein großer Kritikpunkt der Legalisierung sei jedoch die Bürokratie: Jede Pflanze müsse elektronisch erfasst werden, um den Verkauf auf dem Schwarzmarkt zu verhindern, so das Portal Die Freiheitsliebe. Die Firma, die diese Erfassung übernehme, verlange hohe Preise für die Etiketten. Einige Betreiber klagten, sie könnten sich den Preis für solche Etiketten nicht leisten. Daher öffneten am 1. Januar auch nur eine Handvoll Geschäfte. Ökonomisch interessant dürfte das Ganze dennoch werden: Bereits 2014 erhoffe sich die Industrie demnach einen Umsatz von mehr als 2,3 Milliarden US-Dollar. Bis 2018 solle dieser auf über 10 Milliarden ansteigen.

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