Aus Angst vor Silvester-Protesten: Polizei riegelt Gezi Park ab

Im Sommer 2013 war er in aller Munde. Den Jahreswechsel konnten die Istanbuler im Gezi Park allerdings nicht begehen. Die Polizei hatte das Gelände vorsorglich abgesperrt. Im Vorfeld war zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Polizeigewalt aufgerufen worden.

Offenbar aus Angst vor neuerlichen Ausschreitungen hat die Istanbuler Polizei den Gezi Park in der Silvesternacht abgeriegelt. Ab 18 Uhr am 31. Dezember bis 7.30 Uhr am 1. Januar war der Zugang untersagt.

Sowohl der Taksim-Platz, an den einer der Eingänge des Gezi Parks grenzt, als auch die Gegend darum herum sind für die Istanbuler traditionelle Hotspots, um ins Neue Jahr zu feiern. Diesmal wurde die Feststimmung von mindestens zehn Polizeibussen flankiert, die in der Nähe des Parks in Position gebracht worden waren. Auch gepanzerte Fahrzeuge und einzelne Polizeieinheiten seien auf den Straßen, die den Taksim-Platz und die Istiklal Caddesi verbinden, im Einsatz gewesen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Selbst im gehobenen Viertel Nişantaşı war die Polizei präsent. Dort soll ein Wasserwerfer in Stellung gebracht worden sein. Hier findet bereits seit einigen Jahren eine festliche Open-Air-Silvesterfeier statt.

Zum Jahreswechsel wollte eine Gruppe auf dem Taksim-Platz an die Opfer der Polizeigewalt des Sommers erinnern. Während der Gezi-Park-Proteste 2013 kamen fünf Demonstranten ums Leben. Auch Amnesty International kritisierte die massiven Menschenrechtsverletzungen der Polizei in dieser Zeit (mehr hier). Der Zustand eines Demonstranten ist noch immer lebensbedrohlich. Der 14-jährige Berkin Elvan liegt seit Mitte Juni im Koma. Er war von einem Gaskanister der Polizei am Kopf getroffen worden, als er Brot holen wollte.

Bereits im Sommer riegelte die Polizei den Park immer wieder ab. Erst vor wenigen Tagen war die Polizei massiv mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Anti-Regierungs-Proteste vorgegangen (mehr hier).

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Erdoğan unter Druck: Die Türkei versinkt im Chaos
Abschließender Bericht: Das ist das Profil der Gezi-Park-Proteste

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