Stellvertretender Premier Babacan: Korruptionsskandal wird türkische Wirtschaft nicht langfristig erschüttern

Der türkische Wirtschaftsminister Ali Babacan sieht den Kurs der Regierung durch einen Bericht des IWFs bestätigt. Dieser prophezeit der Türkei einen viel größeren wirtschaftlichen Aufschwung in den nächsten Jahren als allen Industrieländern. Als ein Erfolgsgeheimnis der Türkei sieht Babacan ihr stabiles und sicheres finanzielles Umfeld.

Die Hoffnung der türkischen Regierung auf ein weiteres Jahrzehnt wirtschaftlicher Prosperität wird sich nach Ansicht Ali Babacans (AKP) bestätigen. Der türkische Wirtschaftsminister und stellvertretender Premier verweist auf Prognosen des Internationalen Währungsfonds, die der türkischen Volkswirtschaft im Zeitraum 2007 bis 2018 ein Wachstum von 48 Prozent in Aussicht stellen. Dies bedeute einen deutlich größeren Schub als jener der USA (23%), Japan (9%) und der Staaten der EU (5%).

Nach Babacans Ansicht spielt die Türkei eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft. Schließlich sei sie die sechzehntgrößte Volkswirtschaft der Welt und auf Rang sieben in der Agrarproduktion, unter den Ländern mit der erfolgreichsten Tourismus-Branche sogar auf Rang sechs.

Tragende Säule des langanhaltenden türkischen Aufschwungs sei nach Babacans Meinung das gute Klima für Investoren. „Es war nicht leicht, ein stabiles und finanzielles Umfeld zu erhalten“, zitiert die Turkish Weekly Babacan. „Wir werden es nicht zulassen, dass dieses Umfeld ruiniert wird.“ Babacan spielt damit auf die seit dem 17. Dezember anhaltenden Schmiergeld-Ermittlungen an, die zu der Festnahme mehrerer Beamter und Politiker führten. Die daraus entstandene Verunsicherung sei nur flüchtig und werde vergehen, nachdem „alles geklärt ist, wenn nämlich Polizei- und Justizorgane sich endlich wieder als solche verhalten.“

Die Märkte reagierten auf die derzeitige politische Krise empfindlich. Die türkische Lira fiel auf ein historisches Rekordtief (mehr hier). Der Korruptionsskandal hat die Investoren verschreckt. Die Turbulenzen haben die türkische Wirtschaft nach Angaben des Industriellen- und Unternehmerverbands MÜSİAD bereits bis zum 26. Dezember 100 Milliarden Türkische Lira gekostet. Bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag verzeichnete die türkische Börse Verluste in Höhe von rund 77 Milliarden Lira, etwa 26.002.900 Euro. Mittlerweile spricht der Vizepremier Bülent Arinç von  einem 100 Milliarden Dollar Verlust (mehr hier).

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