Nächste Terrorattacke? Polizist stirbt in Moskauer Vorort

Nur wenige Tage nach den beiden verheerenden Anschlägen in Wolgograd ist an diesem Freitag ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt worden. Ein Unbekannter hatte in einer Moskauer Vorstadt einen Sprengsatz aus einem Fahrzeug geschleudert. Unterdessen plant der russische Präsident Wladimir Putin offenbar die „totale Kontrolle“ olympischer Objekte und der Infrastruktur in Sotschi.

Eine Fahrzeugkontrolle im russischen Schelesnodoroschny, gut 20 Kilometer östlich von Moskau und knapp 1600 Kilometer nördlich von Sotschi, ist zwei Polizisten an diesem Freitag zum Verhängnis geworden. Während die Beamten die Papiere eines Autofahrers inspizierten, schleuderte dieser einen Sprengsatz aus seinem Wagen. Einer der beiden Männer starb, der zweite wurde verletzt. Sein Zustand soll kritisch sein. Am gleichen Tag war es schon einmal zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen.

Noch hat die Moskauer Polizei offenbar keine heiße Spur, wer hinter der jüngsten Attacke gegen die beiden Beamten stecken könnte. Dem Täter gelang nach dem Anschlag die Flucht. Die Polizei hat eine Fahndung eingeleitet, so die Moscow Times.

Bereits wenige Stunden zuvor war es in der 131.000-Einwohner-Stadt schon einmal zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Ein Unfallbeteiligter erschlug einen Polizeibeamten, der mit der Untersuchung des Falls beschäftigt war. Bei dem Unfall waren ein Lada und ein BMW zusammengekracht. Dann schlug der Lada-Fahrer auf den dazu gekommenen Verkehrspolizisten ein. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der Täter konnte festgenommen werden. Er muss sich einem Alkohol- und  Drogentest unterziehen. Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Zwischenfällen gibt, ist nicht bekannt.

Totale Kontrolle in Sotschi

Wenige Tage nach den verheerenden Anschlägen von Wolgograd mit mindestens 34 Toten und 50 Verletzten, geht in Russland die Angst vor einer neuen Terrorwelle um. Erst Ende Oktober hatte eine Selbstmordattentäterin in einem Linienbus sechs Passagiere getötet. Die Täterin war eine Islamistin aus der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus. Nun folgten an nur einem Wochenende zunächst eine Autobombe, dann ein Selbstmordattentat.

Jetzt, gut sechs Wochen vor Olympia, gehen die Behörden bei der Suche nach den Tätern offenbar mit äußerster Härte vor – auch wenn sie an unschuldige Verdächtige geraten. Erst am Donnerstag meldeten die russischen Sicherheitsbehörden die Festnahme von über 700 Verdächtigen in der russischen Provinzstadt. Diese sollen an den Bombenanschlägen der vergangenen Tage beteiligt gewesen sein. Russlands Präsident Wladimir verkündete nach Lagebesprechung mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB und dem Innenminister Wladimir Kolokolzew „Maßnahmen, um die Sicherheit im gesamten Territorium der russischen Föderation angesichts der Vorkommnisse hier in Wolgograd zu erhöhen“.

Mit Blick auf sein Prestigeprojekt plant Putin nun die „totale Kontrolle“ olympischer Objekte und der Infrastruktur in Sotschi, so Ria Novosti. „Der Präsident wird sich in den nächsten Tagen über alle Berg- und Küstenobjekte der Spiele informieren lassen und sich eine Probe der Eröffnung der Olympischen und der Paralympischen Spiele im Fischt-Stadion anschauen“, so sein Sprecher Dmitri Peskow. Besonders scharf werde der Staatschef Objekte kontrollieren, wo es noch gewisse Mängel gebe, sagte der Sprecher.

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