Vetternwirtschaft: Neuer Justizminister Bozdağ beruft eigenen Bruder auf Beraterposten

Der neue türkische Justizminister Bekir Bozdağ hat seinem Bruder zu einem hohen Posten innerhalb des Ministeriums verholfen. Bozdağ ist noch keine Woche im neuen Amt. Für verwerflich hält er die Beschäftigung des Bruders dort nicht.

Inmitten des aktuellen Korruptionsskandals sorgt der gerade ernannte türkische Justizminister Bekir Bozdağ für Aufsehen. Der einstige stellvertretende Ministerpräsident holte kurz nach seiner eigenen Ernennung auch seinen Bruder Ünal Bozdağ auf eine Top-Position im Ministerium.

Ünal Bozdağ war bis dato als stellvertretender Generaldirektor der Personalabteilung tätig. Jetzt wurde er zum hohen Berater des Ministeriums ernannt. Unterzeichnet wurde die Entscheidung dem offiziellen Verfahren entsprechend von Bekir Bozdağ, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und Staatspräsident Abdullah Gül. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Bozdağ wurde am 25. Dezember im Zuge der weitreichenden Kabinettsumbildung von Erdoğan zum neuen Justizminister ernannt (mehr hier). Er ersetzte Sadullah Ergin. Als offiziellen Grund für die massive Umbildung gab die AKP an, dass einige Minister als Spitzenkandidaten bei der kommenden Kommunalwahl antreten werden (mehr hier). Im Fall von Ergin in der südtürkischen Provinz Hatay.

Bozdağ bestätigte bereits 2012 auf eine parlamentarische Anfrage hin, dass sein Bruder für das Justizministerium arbeite. „Er hat wie jeder andere auch das Recht als Beamter zu arbeiten“, so Bozdağ, nachdem bekannt wurde, dass sein Bruder mit dem Posten des stellvertretenden Generaldirektors der Personalabteilung eine Schlüsselposition im Ministerium inne hatte. Er hätte die erforderlichen Tests bestanden. Außerdem sei er Richter. Das sei weder ein Verbrechen noch beschämend.

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