Berlin: Türkische Diplomaten-Autos in Brand gesteckt

Nach einem Brandanschlag auf zwei Fahrzeuge des türkischen Diplomaten-Corps ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Verletzt wurde niemand. Die Hintergründe zu dem Anschlag bleiben unklar. Weiterhin sind in Berlin vier türkische Wohnungen abgebrannt. Doch hier haben die Behörden bisher keine Untersuchungen eingeleitet.

Die Berliner Polizei hat nach einem Brandanschlag auf zwei Autos der türkischen Botschaft erste Untersuchungen aufgenommen. Bei der Attacke in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde die Vorderfront beider Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Brände konnten nach Alarmierung der Feuerwehr durch Anwohner gelöscht werden.

„Dies ist solch eine unerfreuliche Situation“, zitiert Today’s Zaman einen hochrangigen türkischen Diplomaten, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Die deutsche Polizei hat sofort Ermittlungen gestartet. Gegenwärtig gibt es keine klaren Hinweise über den Vorfall, ebensowenig ist klar, ob es sich um eine gezielte Attacke gegen türkische Diplomaten handelt“, so der Diplomat. Es könnte sich sowohl um einen rechtsradikalen Anschlag als auch um einen PKK-Anschlag handeln. Doch auch Linksextreme könnten hinter dem Anschlag stecken.

Türkische Wohnungen brennen

Ungeklärt ist auch, ob die Brandanschläge mit den Feuerausbrüchen in Berlin Wedding im Zusammenhang stehen. Dabei handelt es um vier Brandfälle in von 20 türkischen Familien bewohnten Appartements. Die Angehörigen einer türkischstämmigen Familie mussten aufgrund von Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden, bleibende Verletzung gab es aber keine. Nach Berichten der türkischen Nachrichtenagentur Cihan fand die Polizei durchschnittene Stromkabel am Brandort.

In einer offiziellen Mitteilung schreibt die Türkische Botschaft in Berlin, dass die Polizei in den Fällen der Wohnungsbrände keinerlei Untersuchungen eingeleitet habe. Es wurden auch keine potentiellen Augenzeugen in der Nachbarschaft befragt. Die deutschen Behörden haben bisher keine Stellungnahme veröffentlicht.

Seit März 2013 verlangen die türkischen Gemeinden Polizeischutz für ihre Moscheen in Deutschland (mehr hier). Offenbar misstrauen die Deutsch-Türken den deutschen Behörden, wenn es um die Aufdeckung von möglichen rechtsradikalen Anschlägen geht (mehr hier).

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