Milliardenschwere Kooperation: Amerikanische und Russische Ölkonzerne beginnen weltgrößte Offshore-Bohrungen

Rosneft und Exxon planen eine riesige Ausweitung der Ölbohrung in neuen Feldern. Insbesondere für den Offshore-Drill wird eine bisher unerreichte Geldmenge investiert. Damit stößt die russisch-amerikanische Kooperation in neue Dimensionen vor.

Mag auch die Politik Streit über Geheimdienste, politische Flüchtlinge und Menschenrechte führen, die glückliche Wirtschaft einigt sich schnell. Der amerikanische Öl-Tykoon Exxon Mobil (XOM) und der russische Energiekonzern OAO Rosneft (ROSN) planen für dieses Jahr die Inbetriebnahme ihrer ersten gemeinsamen Ölförderungsanlage in der Arktis. Diese bildet eine größere Ölreserve als das Norwegische Nordmeer. Das Projekt steht am Anfang einer Reihe von wegweisenden gemeinsamen Projekten zwischen den beiden Ölfirmen, darunter Technologie-Transfer, Gründung von Joint Ventures, Aktientausch und gegenseitige Öffnung der Ölfelder.

„Unsere Partnerschaft ist einzigartig“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Exxons Russland-Chef Glenn Waller. Er beschreibt das simple Prinzip hinter der Zusammenarbeit: Stärken ergänzen sich. „Sie haben die weltgrößten Reserven und wir haben die höchsten Börsenwerte“.

Mit dem Tauschgeschäft aus Finanzkraft plus Know-How gegen Zugang zu Reserven zeigt sich auch Rosneft-Chef Igor Setschin zufrieden. Rosneft ist zum weltweiten Energiemarktführer geworden nach dem Niedergang von Russlands Ölriesen Yukos aufgrund der Kaltstellung des vormaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowskis durch Russlands Präsident Putin. Anschließend kaufte Rosneft das Konkurrenzunternehmen TNK-BP auf.

„Exxon denkt eben: Willst du in Russland Geschäfte machen, musst du dich an die wenigen Auserwählten wenden“, so Ed Chow, Senior Fellow des Center for International Strategic Studies. „Und Rosneft ist definitiv ein Primus inter Pares.“

Das Duo erhofft sich allein durch die Erschließung der Karasee im Nordpolarmeer ein Potential von 85 Milliarden Barrel Öleinheiten. Dies entspricht ungefähr Russlands gegenwärtigen, bekannten Ölreserven. Norwegens bekannte Reserven betragen ein Volumen von 7,5 Milliarden.

Weitere gemeinsame Bohrungen sind geplant in der der Karaseee benachbarten Laptewsee, im Schwarzen Meer sowie in der Tschuktschensee zwischen Alaska und Russland. Auch Reserven auf dem Land sollen ausgebeutet werden, wie das Baschenow-Becken in Sibirien. Dazu braucht Rosneft die amerikanische Fracking-Technologie.

Die diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Russland haben die Annäherung der beiden Ölwirtschaften nicht behindert, im Gegenteil: Die russische Regierung hat die Seeförderung sogar durch eine gesonderte Steuergesetzgebung begünstigt.

„Wir sind sehr zufrieden über Fortschritt und Dynamik unserer strategischen Partnerschaft“, so Setschin. „Unsere Gesellschaften werden für lange Zeit Partner sein.“

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