Deutschland im Widerspruch: Trotz Jugendarbeitslosigkeit herrscht Fachkräfte-Mangel

Der Ruf nach ausländischen Fachkräften wir immer lauter. Doch in Deutschland sind zahlreiche Jugendliche arbeitslos. Ausschlaggebend ist das ethnisch und sozial diskriminierende Bildungs-System und die Elternhäuser der jungen Menschen und Kinder. Die Liberalisierung des Bildungsbereichs könnte Abhilfe verschaffen.

Deutschland befindet sich im Widerspruch. Die Politik versucht das Problem des Fachkräftemangels, mit einer verstärkten Einwanderung zu lösen. Die Unternehmen beklagen das Defizit an qualifiziertem Personal.

Doch etwa „15 Prozent aller jungen Menschen zwischen dem 20. Und 29. Lebensjahr haben keinen berufsqualifizierenden Abschluss“, berichtet die Heinrich Böll Stiftung. Das seien etwa 1,5 Millionen junge Menschen, die keine Zukunftsperspektiven haben. Viele von ihnen haben einen Migrations-Hintergrund. Auslöser dieser negativen Entwicklung ist neben der sozialen Herkunft auch die ethnische Herkunft der Kinder.

Der Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) stellt in einer Studie fest: In Deutschlands Städten kommt es zu einer immer stärkeren ethnischen Segregation an Schulen. Der Anteil an segregierten Schulen, Schulen deren Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund über 50 Prozent beträgt, ist vor allem in Großstädten groß (mehr hier).

Schon 2007 hatte die UN auf das ethnisch diskriminierende Schulsystem in Deutschland hingewiesen, berichtet Euronews. Das geht auch aus einem Bericht des Instituts für Menschenrechte hervor.

Pfarrer Jürgen Fliege sagt, dass beispielsweise viele deutsche Eltern ganz bewusst ihre Kinder in „türkenfreie“ Kindergärten schicken möchten. Sie seien nicht im Stande die gesellschaftliche Realität anzuerkennen (mehr hier).

Doch auch die Elternhäuser der Migranten-Kinder tragen eine große Verantwortung für das Scheitern ihrer Sprösslinge.

Offenbar hat die Gesellschaft jene Kinder längst aufgegeben oder stellt ihnen bewusst Hürden in den Weg. Eine durchgehende Reform des Bildungs-Systems und ein Umdenken in der Gesellschaft könnte dieser negativen Entwicklung Abhilfe verschaffen. Eine weitere Option wäre die Übertragung der staatlichen Verantwortung an Privatschulen, die lediglich begrenzte staatliche Zuschüsse erhalten. Auch dieser Weg könnte beschritten werden.

Die Schulen und das Lehrpersonal kommen ihrem Erziehungsauftrag gemäß Art. 7 GG nicht mehr nach. Das jedenfalls ist der Eindruck. Sie sind offenbar überfordert. Die Liberalisierung oder zumindest eine Teil-Liberalisierung des Bildungsbereichs könnte die gesellschaftliche Wahrnehmung der Bildung als ein wertvolles Gut steigern. Zudem könnten Kinder gezielt gefördert werden. Denkbar ist auch die Erweiterung der Schulen „in freier Trägerschaft“.

Dann wäre es unter Umständen auch möglich, den Kindern den Zugang zu qualifizierten Abschlüssen zu ermöglichen. Am Ende könnten die Unternehmen aus dem Topf der einheimischen menschlichen Ressourcen schöpfen. Doch ein Patentrezept für die Bildungsmisere in Deutschland wird sich offenbar nicht finden lassen.

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